Ex-Minister Wolf wegen Verdachts der Anstiftung zum Mord in U-Haft

Brandenburg

Der ehemalige brandenburgische Bauminister Jochen Wolf sitzt seit Samstag wegen Verdachts der Anstiftung zum Mord an seiner Frau Ursula in Untersuchungshaft. Wie der Potsdamer Oberstaatsanwalt Heinrich Junker am Sonntag mitteilte, soll Wolf einen mutmaßlichen Killer angeworben haben, der seine Ehefrau umbringen sollte. Der Mann habe aber den Mordauftrag nicht ausführen wollen und sofort die Strafverfolgungsbehörden informiert. Daraufhin wurde Ursula Wolf unter Polizeischutz gestellt.

Wolf hatte sich Junker zufolge am Freitag mit dem als Mörder gedungenen Mann getroffen. Die Polizei überwachte dieses Treffen bereits. Anschließend wurde Wolf festgenommen. Ein Richter erließ dann am Samstag Haftbefehl. Der Ex-Minister soll in einer anschließenden Vernehmungen die Tat in gewissem Umfang eingeräumthaben.

Nach den Erkenntnissen der Justizbehörden hatte Wolf dem bereits vorbestraften Angeworbenen eine Belohnung von 20.000 Mark versprochen. Der Mann soll bereits einen Vorschuss in Höhe von 5.000 Mark erhalten haben. Tatmotiv waren nach Informationen der "Bild"-Zeitung Geldprobleme. Dabei soll es um die Lebensversicherung der Frau und um Unterhaltszahlungen gegangen sein. Dies wurde von Junker aber nicht bestätigt.

Wolf war zuletzt 1998 in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte sich seine russische Geliebte in der gemeinsamen Wohnung erschossen. 1993 war er wegen einer Immobilienaffäre von seinem Amt als Minister zurückgetreten und später auch aus der SPD ausgetreten. Im November 1999 wurde er wegen Vorteilsannahme im Amt zu einer Geldstrafe verurteilt. Wolf arbeitete zuletzt für das brandenburgische Wirtschaftsministerium.