Vier Jugendliche aus terre des hommes-Projekt auf offener Straße ermordet

Neue Eskalation der Gewalt in Kolumbien

In Altos de Cazucá, einem Vorort der Hauptstadt Bogotá in Kolumbien sind am 19. August vier Jugendliche auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden. Insider vermuten, dass es sich dabei um eine Art "Machtdemonstration" bewaffneter Gruppierungen handeln könnte, da am selben Tag im kolumbianischen Parlament eine Anhörung zur beängstigenden Situation der Menschenrechte in eben diesem Vorort stattfand. Bei den Toten handelt sich um vier Mitglieder des Projektes "Taller de Vida" von terre des hommes für ein friedliche Beilegung des kolumbianischen Konfliktes. Angesichts des jüngsten tragischen Ereignisses fordert terre des hommes die kolumbianische Regierung eindringlich auf, die Schuldigen ausfindig zu machen und vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen.

"Wir sind traurig und bestürzt über diese brutale und sinnlose Tat", erklärt Andreas Rister, Referent für Menschenrechte des entwicklungspolitischen Kinderhilfswerks terre des hommes.

Laut Augenzeugenberichten wollten die Jugendlichen unterwegs Backmaterialien für eine Bäckerei kaufen, als sie von vier schwer bewaffneten Männern angehalten wurden. Die Jugendlichen mussten sich auf den Boden legen und wurden durch Kopfschüsse ermordet.

Im Vorort Altos de Cazucá haben zahlreiche interne Vertriebene Zuflucht gefunden, die vor dem bewaffneten Konflikt vom Land in die Stadt geflohen sind. Laut kolumbianischer Menschenrechtsorganisationen sind seit 2001 allein in Altos de Cazucá 224 Jugendliche ermordet worden, ohne dass die Schuldigen bisher zur Verantwortung gezogen worden seien.

"Die kolumbianische Regierung hat trotz wiederholter Aufforderung bisher nichts unternommen, die Bevölkerung vor Übergriffen zu schützen", klagt Andreas Rister. Besonders gefährdet seien Jugendliche, aber auch Sprecher von Nichtregierungsorganisationen würden systematisch ermordet.