Experte fordert Altersfreigaben für rauchfreundliche Filme

Rauchen in Filmen beeinflusst Teenager

Die Zahl der Jugendlichen, die mit dem Rauchen beginnen, steigt mit der Zahl der Raucherszenen in den Filmen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher um Madeline Dalton von der Dartmouth Medical School laut einer am Dienstag im Fachmagazin The Lancet veröffentlichten Studie. 17 Prozent der Jugendlichen, die Filme mit zahlreichen Rauchszenen gesehen hatten, griffen zur Zigarette; verglichen mit nur drei Prozent jener Jugendlichen, die kaum Rauchszenen zu Gesicht bekommen haben. Die Seher tabakfreundlicher Filme begannen dreimal häufiger zu rauchen als Jugendliche, die weniger Rauchszenen gesehen hatten.

Forscherin Madeline Dalton dazu: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Tabakkonsum in Filmen eng mit dem Raucheinstieg zusammenhängt. In dieser Altersgruppe besteht bei der Hälfte der Jugendlichen ein Zusammenhang zwischen dem Rauchbeginn und der Häufigkeit der gesehenen tabakfreundlichen Szenen."

1999 startete das Forscherteam eine Untersuchung über den Zusammenhang von Tabakkonsum in Filmen und dem Rauchbeginn Jugendlicher zwischen zehn und 14 Jahren. Die Forscher wählten 50 Filme aus einem Pool von populären Titeln aus. Je nach Anzahl der Rauchszenen wurden die Filme in verschiedene Kategorien geteilt. Dalton untersuchte 3.500 Jugendliche, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nie geraucht hatten. Ein und zwei Jahre später untersuchten die Forscher in einer Folgestudie mit drei Viertel der beobachteten Jugendlichen, ob diese zu Rauchen begonnen hatten. Die Forscher schlossen bei der Auswertung andere Faktoren aus, wie z.B. Rauchen im Freundeskreis oder in der Familie.

Santon Glantz, University of California in San Francisco, zu den idealen Folgen der Studie: "Behörden, die Filme bewerten, sollten solche mit Rauchszenen nicht für Jugendliche frei geben."