Verschärfte Kontrollen und Erhöhung der Haftpflicht für Tanker gefordert

Folgen der Prestige-Katastrophe

Der Name "Prestige" steht zwei Jahre nach der Havarie für eine der bisher schlimmsten ökologischen Katastrophen der Seeschifffahrt: Rund 65.000 Tonnen Schweröls flossen seit dem 19. November 2002 in den Atlantik. Dazu kommen 1.500 Tonnen, die auch nach Abschluss der Arbeiten in diesem Herbst nicht aus dem Wrack geborgen werden konnten. Tausende Tonnen der giftigen Fracht haben sich als zäher Teppich über den Meeresboden gelegt und bilden dort nach WWF- Ansicht das schwerwiegendste Zukunftsproblem der Katastrophe.

Einige Forschergruppen arbeiten daran, mehr über die Auswirkungen des Öls auf das Ökosystem zu erfahren. Nach einer zielgerichteten und koordinierten Analyse durch die Behörden sucht man allerdings noch immer vergeblich. Einstweilen ging die Fangquote der galicischen Fischer je nach Fanggebiet um 15-30 Prozent zurück. In verbleibenden Fischen, Muscheln und Krustentieren wurden bereits sehr hohe Konzentrationen von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gemessen - extrem toxische Substanzen, die sich in der Nahrungskette anreichern, Krebs auslösen und die Fortpflanzung schädigen können. Dennoch durfte in Galicien je nach Fischart nach einer Karenzzeit zwischen zwei und acht Monaten wieder gefischt werden - im Vergleich mit anderen Ölkatastrophen eine sehr kurze Zeit.

"Das Tempo, in dem Einsichten aus der Prestige-Havarie gewonnen und politisch umgesetzt werden, ist erschreckend langsam. Es wäre leider auch heute noch möglich, dass ein "Seelenverkäufer" wie die Prestige bei ihrer Kontrolle im Hafen anstandslos passieren darf. Wie viele alte und schlecht gewartete Schiffe vom Kaliber der "Prestige" durch die Weltmeere schippern, wird in keiner Statistik erfasst", resümiert José Luis Garcìa Varas vom WWF Spanien.