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Zertifizierte Blumen fördern sozial und ökologisch verträgliche Arbeitsplätze

Rosen ohne Reue

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und das Flower Label Programm (FLP) stellten heute auf der Internationalen Pflanzenmesse in Essen ihre Zusammenarbeit vor. Beide Organisationen unterstützen gemeinsam eine Initiative ecuadorianischer Blumenproduzenten zur Produktion und Vermarktung zertifizierter Blumen in Europa. Ein Kooperationsabkommen mit 19 vom FLP zertifizierten Blumenbetrieben wurde im Mai unterzeichnet. "Durch die Förderung zertifizierter Betriebe wollen wir dazu beitragen, sozial und ökologisch verträgliche Arbeitsplätze in der Blumenindustrie in Entwicklungsländern zu schaffen. Die Verbraucher in Deutschland haben sicher auch mehr Freude an Rosen, deren Anbau die Gesundheit der Blumenarbeiterinnen nicht durch hochgiftige Pestizide gefährdet," erläutert der DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm.

Die ecuadorianische Rose, aufgrund ihrer Qualität, Vielfalt und Größe eine der bekanntesten der Welt, ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes. Doch ihre Produktion ist mit hohen Umweltbelastungen und sozialen Folgen verbunden. Giftige Pestizide werden eingesetzt, Arbeitsrechts- und Arbeitsschutzbestimmungen oft nicht eingehalten. Das FLP, eine weltweite Initiative von Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Blumenhandel, vergibt ein Siegel an Betriebe, die internationale Standards einhalten. Etwa ein Zehntel der circa 350 ecuadorianischen Blumenfarmen ist zertifiziert. "Rund 8.000 Arbeiter und Arbeiterinnen sind auf den FLP-zertifizierten Farmen in Ecuador beschäftigt und arbeiten damit unter erheblich verbesserten Bedingungen," so FLP-Geschäftsführerin Silke Peters.

Die Zertifizierung basiert auf ökologischen und sozialen Standards: Der Einsatz hochgiftiger Pestizide ist beispielsweise verboten, ebenso wie Kinder- und Zwangsarbeit. Arbeitnehmerrechte, wie Gewerkschaftsfreiheit, Gesundheits- und Mutterschutz sowie feste Arbeitsverträge sind zu gewährleisten.

"Für die Produzenten die eine FLP-Zertifizierung erreicht haben" so Enrique Hidrobo, Vertreter der FLP-zertifizierten Produzenten, "ist die Kooperation eine Anerkennung unserer Arbeit. Wir hoffen, dass die zertifizierten Blumen auch vom Markt, das heißt von den Konsumenten angenommen werden."

Ziel der Kooperation ist es, den deutschen Markt über die Methoden der traditionellen Blumenindustrie zu informieren und gleichzeitig zertifizierte Blumen gezielt zu vermarkten. Nur wenn die Verbraucher und Verbraucherinnen zertifizierte Blumen nachfragen und dadurch einen entsprechenden Nachfragedruck schaffen, kann sich das FLP langfristig durchsetzen. Die Chancen dafür stehen gut, denn auch die deutsche Blumenwirtschaft unterstützt das Anliegen. Dieter Reinecke, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands deutscher Floristen (FDF), sieht das FLP-Label als "eine Qualitätsauszeichnung, da sachgerechter Umgang und fachgerechte Verarbeitung von Schnittblumen im Fachhandel garantiert sind." Adressen von Floristen, die vom FLP zertifizierte Blumen führen, finden Sie im Internet.

Wir benötigen einfach mehr Soziale Gerechtigkeit.