WWF kritisiert Langleinen-Fischerei im Atlantik

"Millionen Haie verenden qualvoll"

Im Südwest-Atlantik verenden nach Darstellung der Umweltstiftung WWF jährlich rund sieben Millionen Haie und Rochen als ungewollter Beifang der kommerziellen Langleinen-Fischerei auf Tunfisch, Schwertfisch und Seehecht. Laut WWF sollen schätzungsweise 5,5 Millionen Blauhaie und 1,1 Millionen der auf der Roten Liste als gefährdet eingestuften Kurzflossen-Makos qualvoll ums Leben kommen. Die von großen Fangschiffen ausgebrachten und bis zu 100 Kilometer langen Kunststoffseile mit tausenden Haken würden auch für 34.000 Seevögel wie den Albatross und über 4000 Meeresschildkröten zur Todesfalle, heißt es in einem Bericht der Umweltstiftung.

"Diese Zahlen sind vorsichtig kalkuliert, weil wir nur die offiziellen Fänge zugrunde legen. Die Dunkelziffer ist aufgrund der illegalen Fischerei hoch", so WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Der WWF schätzt, dass in allen Weltmeeren jedes Jahr 300.000 Seevögel und eine Viertel-Millionen Meeresschildkröten in die Haken der Langleinen-Fischer verbeißen und dann sterben.

Die betroffenen Länder Südafrika, Namibia und Angola müssten wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen, um die Beifänge zu verringern, fordert der WWF. Die Umweltschützer empfehlen den Einsatz moderner Fangmethoden. So könne ein sogenannter Hai-Magnet, der direkt oberhalb der Haken angebracht werde, Haie abschrecken und die Beifänge verringern. Spezielle Rundhaken könnten verhindern, dass sich Meeresschildkröten in den Haken der Langleinen Fischer verfangen.

Um Albatrosse und andere Seevögel zu schützen, empfiehlt der WWF "Vogelscheuchen-Leinen". Farbige Bänder würden die Vögel abschrecken. Diese Methode sei in Südafrika zwar schon vorgeschrieben, werde aber noch längst nicht von allen Fischern eingesetzt.