Schulbücher sollen viele Fehler enthalten

Schwächen in der Didaktik

Lehrer stöhnen vielfach über die ständig neuen Schulbücher. Die zeitaufwändige Vorbereitung des Unterrichts wird dadurch aus ihrer Sicht zusätzlich erschwert. Die Stiftung Warentest behauptet nun, dass viele Schulbücher obendrein auch noch Fehler zahlreiche enthalten. "Alle 17 untersuchten Biologie- und Geschichtsbücher enthalten Fehler, einige sogar auf jeder Seite.", so Stiftung Warentest. Auch didaktisch seien viele "schwach". Zu diesem Ergebnis kam die Stiftung bei ihrem Test von Schulbüchern für Gymnasien der 7. bis 10. Klasse in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

"Der Gesamteindruck ist schwach: Im Schnitt findet sich auf jeder fünften geprüften Seite eines Biologiebuches ein wichtiger Fehler, bei zwei Büchern sogar auf jeder dritten Seite", heißt es in der Mitteilung von Warentest. Da passiere es schon mal, dass eine Nahrungspyramide den Uhu über den Fuchs stelle. Auch aus didaktischer Sicht überzeugten viele Biologiebücher wegen "schwer verständlicher Texte und nutzerunfreundlicher Aufbereitung" wenig.

Ähnlich sehe es bei den Geschichtsbüchern aus. Auch hier gebe es neben didaktischen Mängeln fachliche Fehler, behaupten die Warentester. "Da werden für den Sturz Erich Honeckers oder den Rücktritt von Egon Krenz falsche Daten genannt oder die EU-Geschichte wird auf die deutsch-französische Freundschaft reduziert."

Für beide Fächer gebe es aber auch "jeweils ein Buch", das sowohl in der Fehlerfreiheit und der fachlichen Eignung als auch in der Didaktik "gut" abschneidet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert nun, es solle geprüft werden, "ob wirklich von jedem Schulbuch mehrere länderspezifische Ausgaben hergestellt werden müssen". Ein größeres Maß an Einheitlichkeit könne sicher nicht schaden.