Deutsche Bank - Nachrichten

Milliardenkredit - Kritik an Staatsbürgschaft für KfW und Deutsche Bank wegen Ostsee-Pipeline

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass die alte Bundesregierung nach der Bundestagswahl beschlossen hatte, eine Bürgschft für einen Milliardenkredit der Deutschen Bank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abzusichern, mit dem der russische Energiekonzern Gasprom sowie BASF und E.ON offenbar einen Teil der deutsch-russischen Gas-Pipeline-Baus finanzieren wollten. Ein interministerieller Ausschuss zur Vergabe der Garantien habe am 24. Oktober 2005 eine Grundsatzentscheidung für die Bürgschaft getroffen. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Aufsichtsratsvorsitz in der Firma übernommen, die die Pipeline bauen und betreiben soll. Einem Pressebericht zufolge wurde die Bürgschaftsvorlage im Herbst 2005 für das Bundesfinanzministerium vom damaligen Staatssekretär Caio Koch-Weser abgezeichnet. Koch-Weser berät seit März die Deutsche Bank. Die Großbank wollte einen Kredit über 500 Millionen Euro für den Bau der Gasleitung von Russland durch die Ostsee nach Deutschland gewähren. Die anderen 500 Millionen sollten von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kommen.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte am Samstag, dass der Interministerielle Ausschuss der rot-grünen Regierung am 24. Oktober 2005 eine Grundsatzentscheidung für die Bürgschaft getroffen hat. Schröder bestritt, von der Bürgschaft gewusst zu haben. Schröder sagte, dieser Ausschuss falle nicht in die Zuständigkeit des Kanzlers. Es sei nicht ungewöhnlich, dass der Kanzler über Entscheidungen des Ausschusses nicht informiert werde. Auch habe ihm der Gasprom-Vorstandschef verbindlich mitgeteilt, dass der Konzern den Finanzierungsvorschlag der beiden Banken nicht angenommen habe und auch nicht annehmen werde.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wurde der Haushaltsausschuss des Bundestags erst jetzt über die Bürgschaft informiert. Die FDP will nach Angaben ihres Fraktionsgeschäftsführers Jürgen Koppelin für die Ausschusssitzung am Mittwoch die Anwesenheit von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) verlangen. FDP-Chef Guido Westerwelle sagte: "Diese Affäre stinkt zum Himmel". Der Vize-Vorsitzende der Links-Fraktion, Bodo Ramelow, erklärte, die Gasprom-Deals von Schröder "werden immer unappetitlicher". Der Fall rieche "sehr nach Bananenrepublik".

Die Linkspartei prüft auch rechtliche Schritte gegen Mitglieder der ehemaligen Bundesregierung. "Es könnte sich hier um die Veruntreuung von Steuergeldern handeln, wenn niemand etwas von einer Milliarden-Bürgschaft weiß. Wenn dies so ist, werden wir eine Anzeige gegen Mitglieder der alten Bundesregierung einreichen", sagte Ramelow. Die Erklärung Schröders, er habe von der Bürgschaft nichts gewusst, bezeichnete Ramelow als "völlig unglaubwürdige Schutzbehauptung". Er fügte hinzu: "Die Sache stinkt gewaltig. Schröder will offenbar das ganze Land für dumm verkaufen."

Am Mittwoch will der Haushaltsausschuss sich mit dem Fall befassen. Nach Informationen der "Rheinischen Post" muss der Ausschuss der Bürgschaft explizit zustimmen. Dies habe der Aufsichtsrat einer der kreditgebenden Banken, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, beschlossen. Ursprünglich sollte der Haushaltsausschuss die Bürgschaft nur zur Kenntnis nehmen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) verteidigte die Staatsbürgschaft. "Nach den Unterlagen, die ich bekommen habe, ist es korrekt verlaufen", sagte Glos am Montag in Berlin. Die Genehmigung sei "ordnungsgemäß in einem dafür vorgesehenen Ausschuss erfolgt". Auch der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) verteidigte die Bürgschaft. Sei sei gewährt worden, "weil die Pipeline für die deutsche Energieversorgung außerordentlich wichtig" sei. Der Bundeskanzler habe bei seiner Entscheidung keine Rolle gespielt, so Clement.

Am 03-04-2006

"Bevölkerungsmehrheit dagegen"

Nach Angaben der Umweltorganisation Urgewald wollen deutsche Banken "knapp 20 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl" den Bau eines neuen "Risiko-Reaktors" im Norden Bulgariens finanzieren. Das Atomkraftwerk Belene sei in den 1980er Jahren an der Donau geplant worden. Der Bau sei zwar 1987 begonnen, dann aber "wegen Umweltprotesten, mangelnder Wirtschaftlichkeit und Sicherheitsbedenken" 1992 gestoppt worden, so Urgewald. Nun habe die bulgarische Regierung das Projekt reanimiert, sagte Heffa Schücking von der Organisation. "Grundlegende Probleme wie der Standort von Belene in einer Erdbebenregion und die Entsorgung des Atommülls sind jedoch nach wie vor nicht gelöst. Zudem will die bulgarische Regierung Geld sparen und verlangt, dass neue Angebote die vorhandenen, mindestens 14 Jahre alten Baureste mit einbeziehen." Dieser Ansatz in Kombination mit den grundsätzlichen Sicherheitsproblemen russischer Druckwasserreaktoren macht Belene in den Augen der Umweltorganisation zu einem gefährlichen Risiko.

Um den Bau des AKW bewerben sich laut Urgewald zwei Konsortien: Der russische Kraftwerksbauer Atomstroyeksport biete gemeinsam mit dem französisch-deutschen Atomkonzern Framatome, an dem die deutsche Siemens AG beteiligt ist. Ebenso habe die tschechische Skoda Allianz ein Angebot eingereicht.

Bei der Finanzierung sollen deutsche Banken helfen. "Laut internationaler Presse bieten die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Bayerische Landesbank und die HypoVereinsbank Kredite für Belene an," so Regine Richter von Urgewald. Zudem wolle sich der Mutterkonzern der Hypovereinsbank, die italienische Unicredit-Gruppe an der Finanzierung der Skoda Allianz beteiligen.

In Bulgarien kämpft den Angaben zufolge "eine breite Koalition von Nichtregierungsorganisationen" unter dem Motto "BeleNE!" - was "Nein zu Belene" bedeute - gegen die Neuauflage des Projekts.

In nur 12 Kilometer Entfernung zum geplanten Standort des Atomkraftwerks starben nach Angaben der Umweltschützer 1977 bei einem Erdbeben etwa 200 Menschen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung sei mangelhaft.

"Es ist ein Hohn, wenn nur 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ein solch gefährlicher Atomreaktor gebaut werden soll," meint Richter. Es sei empörend, "dass sich deutsche Banken an dieser Finanzierung beteiligen wollen, während in Deutschland eine klare Bevölkerungsmehrheit gegen die Nutzung von Atomkraft ist."

Am 07-04-2006

Proteste in 60 Städten

Die Atomkraftgegner lassen nicht locker. Nach den Erklärungen der Deutschen Bank und der HypoVereinsBank, sich an der Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerks Belene offenbar wegen der öffentlichen Proteste nicht zu beteiligen, verlangen die Atomkraftgegner von den Großbanken einen generellen Verzicht auf die Finanzierng von Atomkraftwerken. "Wir wollen ein verbindliches Nein zu jeglicher Finanzierung im Atomsektor", fordert die Energieexpertin der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD, Bettina Dannheim.

In etwa 60 deutschen Städten wenden sich diese Woche Aktivisten der Anti-Atom-Bewegung an Filialen der HypoVereinsbank (HVB) und Deutschen Bank. Beide Banken wollten sich bis Ende vergangener Woche an der Finanzierung des Atomkraftwerks-Neubaus Belene in Bulgarien beteiligen. Am Donnerstag haben sich die Banken öffentlich von diesen Plänen verabschiedet. Sie reagierten damit offenbar auf die geplante bundesweite Aktionswoche zwischen 23. und 27. Oktober, zu der die Umweltorganisation urgewald und die Anti-Atom-Kampagne ausgestrahlt aufgerufen haben.

"Wir begrüssen die Entscheidung, wundern uns aber doch, dass sie erst unter dem Druck umfassender Proteste zustande kommt" , so Jochen Stay von der Anti-Atom-Initiative ausgestrahlt. "Deshalb ermuntern wir Aktive, sich trotzdem an die Banken zu wenden und sie aufzufordern, die richtigen Lehren aus dem abgesagten Belene-Geschäft zu ziehen."

Die Atomkraftgegner wollen den lokalen Filialleitungen der Deutscher Bank und der HypoVereinsBank offene Briefe übergeben, in denen sie Konsequenzen aus dem "Reputationsdesaster" verlangen. "Wir sind nicht nur gegen dieses gefährliche Einzelprojekt, sondern generell gegen den Einsatz der Risikotechnologie Atomkraft", so Dannheim. "Dieses Mal haben wir gegen das Belene-Projekt protestiert, sollten die Banken jedoch andere Atomgeschäfte finanzieren wollen, kommen wir gern wieder. Wir wollen ein verbindliches Nein zu jeglicher Finanzierung im Atomsektor."

Die Aktionswoche begann am Montag mit Bankbesuchen in Berlin, Potsdam, Karlsruhe, Osnabrück und Hamburg. "Die Banken müssen sich endlich damit auseinandersetzen, dass ein Grossteil der Bevölkerung diese Technologie ablehnt und dass Geschäfte im Atom-Sektor mit grossen Reputationsrisiken einhergehen", so Heffa Schücking von Urgewald. Dies gelte für den deutschen Markt ebenso wie für den osteuropäischen. Die HVB/UniCredit habe dort zahlreiche Töchter, "in 23 Ländern waren sie am 13. Oktober das Ziel von Protestaktionen".

Die Umweltorganisationen verstehen nicht, "wie es überhaupt zu dem Finanzierungsangebot für Belene kommen konnte". Schließlich handele es sich um ein Atomkraftwerk, das in einem Erdbebengebiet gebaut werden solle. "Der Bau wurde bereits in den 1980ern begonnen, Anfang der 1990er jedoch wegen anhaltender Proteste und Wirtschaftlichkeits-Bedenken eingestellt" so Jan Haverkamp von Greenpeace. "Ein ähnlicher Reaktortyp wie in Belene war in Stendal im Bau, wurde jedoch nach der Wiedervereinigung aus Sicherheitsgründen abgebrochen." Deshalb sei es "unverantwortlich", dass die Banken überhaupt erwogen hätten, sich an diesem Geschäft zu beteiligen, meint Haverkamp.

Am 24-10-2006

Großbanken

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der Berliner Bank AG & Co. KG durch die Deutsche Bank AG mittels Aktienkauf nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Nach Auffassung der Kommission wird der wirksame Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in wesentlichen Teilen desselben durch das Vorhaben "nicht erheblich" beeinträchtigt. Die Kommission gelangte zu dem Schluss, dass der geplante Erwerb zu geringen Überschneidungen im Bereich der Dienstleistungen für Privat- und Firmenkunden, etwa bei Einlagen und Kontodienstleistungen, im Kreditgeschäft, im Zahlungsverkehr und bei Wertpapierdepots, führe.

Das fusionierte Unternehmen werde jedoch auf allen betroffenen Märkten nur geringe Marktanteile haben und mit zahlreichen starken Konkurrenzbanken wie der Berliner Sparkasse, der Berliner Volksbank, der Commerzbank, der Dresdner Bank und der Postbank im Wettbewerb stehen. Daher gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwerfe.

Der Verkauf der Berliner Bank geht laut EU-Kommission auf eine Entscheidung der Kommission über die Bankgesellschaft Berlin (heute Landesbank Berlin Holding AG) gemäß den EG-Beihilfevorschriften zurück. Darin hatte die Kommission unter anderem gefordert, dass eine Tochtergesellschaft der Bankgesellschaft Berlin, die Landesbank Berlin, die ihr angehörende Berliner Bank veräußert.

Am 19-12-2006

Kleinfeld zurückgetreten

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld hat am 26. April seinen Rücktritt angekündigt. Er habe dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er für die anstehende Verlängerung seines Ende September auslaufenden Vertrages nicht mehr zur Verfügung stehe, teilte Siemens gestern mit. Kleinfeld begründete seinen Entschluss mit den laufenden Diskussionen im Aufsichtsrat darüber, die Vertragsverlängerung erneut zu verschieben. Im Aufsichtsrat trafen die Lager der Kleinfeld-Gegner und seiner Unterstützer aufeinander. An der Spitze der Aufsichtsräte, die Kleinfelds Vertrag offenbar nicht verlängern wollten, stand Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.

Als Befürworter einer Verlängerung galt dagegen auf der Kapitalseite Albrecht Schmidt, der ehemalige Vorstandssprecher der Hypo-Vereinsbank, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die Schmiergeld-Affäre bei Siemens weitet sich vermutlich noch mehr aus. Die internen Untersuchungen hätten ergeben, dass es deutlich mehr "bedenkliche" Zahlungen als die bisher bekannten 420 Millionen Euro gebe, teilte das Unternehmen am 26. April in München mit.

Am 26-04-2007

"Nicht auf unsere Kosten"

Nach Angaben der Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) planen die Deutsche Bank und die Ruhrkohle AG den Einstieg in die Energieproduktion aus Palmöl. Die beiden weltweit agierenden Unternehmen wollten sich an zwölf Blockheizkraftwerken im Saarhafen Saarlouis-Dillingen beteiligen, die mit Palmöl betrieben werden sollen. "Damit ist der Großangriff auf die verbliebenen Regenwälder eröffnet", meint der Vorsitzende der Organisation, Reinhard Behrend. Der Boom bei der so genannten Bioenergie vernichte Regenwälder, verdränge Kleinbauern und sei keine Lösung, um den Klimawandel zu stoppen.

Der Klimawandel wird nach Auffassung der Umweltschützer sogar noch verschärft, "wenn etwa auf Borneo Regenwälder abgebrannt werden, um auf den Flächen Palmöl-Plantagen anzulegen".

Alle wichtigen Umweltorganisationen in Indonesien stünden auf dem Standpunkt, dass der Bioenergie-Boom dem Land schade. Zu Walhi, dem größten indonesischen Umweltverband, gehörten zahlreiche Gruppen, die "den von Kahlschlag und Plantagen bedrohten Menschen" beistünden. Walhi lehne Biokraftstoffe aus Palmöl strikt ab und fordert nach Angaben der deutschen Regenwaldschützer von den Industriestaaten: "Löst eure Energieprobleme nicht auf unsere Kosten."

Auch in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen werde inzwischen vor den ökologischen und sozialen Folgen durch die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Energiepflanzen gewarnt. Erst kürzlich habe ein UN-Bericht "festgestellt, dass der Bioenergie-Boom die Vernichtung von Primärwäldern für Palmöl-Plantagen vor allem in Südostasien ankurbelt".

Nach einer Studie des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt würden deutsche Blockheizkraftwerke allein im Jahr 2007 mindestens 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl erzeugen. Dafür erhielten die Kraftwerksbetreiber rund 200 Millionen Euro Zuwendungen über das "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG). "Demnächst verheizt die Deutsche Bank bei uns die Regenwälder und diese Kahlschlag-Energie wird auch noch als Ökostrom finanziell gefördert", kritisiert Behrend.

Wenn deutsche Palmöl-Kraftwerke trotzdem weiter Zuschüsse erhielten, dann drohe allen Tieflandregenwäldern Borneos die Umwandlung in Palmölplantagen. "Der Lebensraum von Orang Utans, Waldelefanten und Millionen teils endemischer Tier- und Pflanzenarten, wäre unwiederbringlich für immer zerstört", fürchten die Umweltschützer. Die Organisation Rettet den Regenwald lehnt deswegen eine Energieproduktion aus tropischen Pflanzen wie beispielsweise Palmöl grundsätzlich ab und kündigte eine Protestmail-Kampagne gegen die Deutsche Bank an.

Am 15-05-2007

Globale Finanzkrise

Die globale Finanzkrise trifft die Deutsche Bank härter als bislang bekannt. In den ersten drei Monaten 2008 muss Deutschlands führende Großbank weitere 2,5 Milliarden Euro abschreiben. Das ist mehr als im gesamten vergangenen Jahr, als die Krise nach offiziellen Angaben mit gut 2,3 Milliarden Euro negativ zu Buche schlug. Die neuen Belastungen fielen unter anderem bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung und bei verbrieften amerikanische Wohnungsbaukrediten an. Dabei verwies das Institut besonders auf Wertverluste im Zusammenhang mit Hypotheken mittlerer Qualität, so genannter Alt-A-Papiere. Noch härter trifft es die Schweizer Großbank UBS. Sie gab weitere Wertberichtigungen von 7,6 Milliarden Euro für das erste Quartal bekannt. Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel zeiht jetzt die Konsequenzen und tritt zurück, wie die Bank am 1. April mitteilte.

Der Fehlbetrag der UBS sei auf Verluste und Abschreibungen von risikoreichen Papieren aus dem US-Immobilienmarkt von insgesamt rund zwölf Milliarden Euro zurückzuführen. Jetzt ist offenbar eine Kapitalerhöhung von 9,55 Milliarden Euro geplant.

Am 01-04-2008

Steinbrück legt kein Veto ein

Die Deutsche Bank übernimmt zum ersten Quartal 2009 für fast 2,8 Milliarden Euro 29,75 Prozent der Postbank. Dies teilten beide Seiten mit. Damit wird die führende deutsche Großbank größter Postbank-Einzelaktionär. Hierfür muss sie allerdings eine Kapitalerhöhung stemmen. Nach Angaben von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann räumt die Post der Großbank auch ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Aktien an der Postbank ein.

Der Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank soll im ersten Quartal 2009 vollzogen werden. Kartellbehörden müssen ihm noch zustimmen. Die Bundesregierung hat die Übernahme bereits abgesegnet. Nach den Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat der Bund zwar ein Vetorecht bis zum 31. Dezember. "Wir werden diese Vetoposition nicht einlegen."

Ver.di und die Kommunikationsgewerkschaft DPV befürchten, dass durch die Übernahme Tausende Jobs überflüssig werden könnten. Bei der Postbank arbeiten rund 21.000 Beschäftigte, davon 7000 Beamte aus Bundespost-Zeiten. Mittelfristig seien "eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in Gefahr", teilte die Gewerkschaft am Freitag in Berlin mit. Die Postbank sei ein "grundsolides Institut, das mit seinen Erträgen verlässlich zum Gesamterfolg des Postkonzerns beigetragen" habe. "Der Teilverkauf ist ein Kniefall vor den Interessen der Aktionäre", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis in Bonn.

Am 12-09-2008

Boni für AIG-Manager

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Profiteuren der milliardenschweren Rettung des US-amerikanischen Versicherungsriesen American International Group (AIG). Der deutsche Finanzriese erhielt von Mitte September bis Jahresende 11,8 Milliarden Dollar von den 93 Milliarden, mit denen die schwer angeschlagene AIG ihren Verpflichtungen gegenüber Banken nachgekommen ist. Dies geht aus der am Sonntag (15. März) auf öffentlichen Druck hin offengelegten Empfängerliste hervor.

Demnach rangiert die Deutsche Bank knapp hinter der US-Großbank Goldman Sachs (12,9 Mrd) und der französischen Societe Generale (11,9 Mrd). Auf dem siebten Platz steht die Schweizer UBS mit fünf Milliarden Dollar, auf Platz zehn die Dresdner Bank mit 2,6 Milliarden. Auch die DZ Bank und die KfW bekamen Geld.

Die Banken hatten sich bei der AIG über Derivate gegen den Ausfall von Krediten und riskanten Finanzprodukten abgesichert. Die Dimension dieser Positionen war der US-Finanzaufsicht lange verborgen geblieben.

Die Deutsche Bank wollte zu dem Vorgang am Montag nicht Stellung nehmen. Societe Generale verteidigte das Vorgehen. Die Zahlungen entsprächen voll den Vereinbarungen mit AIG. Mögliche weitere Zahlungen seit dem 1. Januar sind in der Liste noch nicht enthalten.

In den USA dürften die Zahlungen eine politische Debatte über die Rettungsaktion auslösen, weil damit ein Großteil des Geldes der US-Steuerzahler ins Ausland abgeflossen ist. Die Regierung hat die AIG mit 173 Milliarden Dollar gestützt.

Am Wochenende hatten bereits Boni im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro für die Manager der Finanzprodukte-Sparte von AIG für Empörung über den Versicherungskonzern gesorgt.

Am 16-03-2009

Presse-Information

Die Deutsche Bank hat heute die Ernennung von Jacques Brand, 52, zum Chief Executive Officer für Nordamerika bekanntgegeben. Brand wird zudem Mitglied des Group Executive Committee der Deutschen Bank.

Jacques Brand kam im Jahr 1999 zur Deutschen Bank in New York und ist derzeit Global Head of Investment Banking Coverage & Advisory im Unternehmens-bereich Corporate Banking & Securities der Bank. Unter seiner Führung stieg der Marktanteil der Deutschen Bank im Corporate-Finance-Geschäft in den USA seit 2008 um 75% gemäß Dealogic.

Brand ist Vorsitzender des Boards des American Institute of Contemporary German Studies (AICGS), das an die Johns Hopkins-Universität angegliedert ist. Er ist Vorstandsmitglied der Deutsche Bank Americas Foundation und des Jüdischen Museums in New York. Brand hat einen MBA-Abschluss der Harvard Business School und einen Undergraduate-Abschluss der Universität Boston erworben.

Jacques Brand folgt auf Seth Waugh, 54, der sich nach über 10 Jahren als CEO für Amerika zurückzieht, wie bereits im Februar bekanntgegeben wurde. Waugh wird Mitglied im Americas Advisory Board der Deutschen Bank und steht der Bank und ihren Kunden als Berater zur Verfügung.

Die Deutsche Bank hat außerdem die Ernennung von Bill Woodley, 46, zum Stellvertretenden CEO für Nordamerika bekanntgegeben. Woodley kam im Jahr 1998 zur Deutschen Bank und ist derzeit Global Chief Operating Officer (COO) des Regional-Management-Bereichs. Diese Funktion wird er auch weiterhin ausüben. Zuvor hatte er verschiedene Positionen in der Bank inne, darunter auch die des COO für die Region Asien-Pazifik.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain, Co-Vorsitzende des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutschen Bank, erklärten: „Seit vielen Jahren leistet Jacques Brand hervorragende Arbeit für die Stakeholder der Bank. Bill Woodley und er sind mit ihrer Kundenorientierung das richtige Führungsteam für unser wichtiges Nordamerika-Geschäft.“

„Im Namen des gesamten Vorstands danken wir Seth Waugh für sein langjähriges Engagement für die Deutsche Bank“, so Fitschen und Jain weiter. Jacques Brand, der neue Nordamerika-CEO der Deutschen Bank, sagte: „Ich übernehme diese weiterreichende Verantwortung sehr gerne. Ich freue mich darauf, weiterhin mit Kunden, Geschäftsbereichen und allen Stakeholdern der Bank zu arbeiten, und gleichzeitig die strategische Ausrichtung unseres Nordamerika-Geschäfts zu verantworten.“

Hinweis für Journalisten:

Im Jahr 2011 trug die Region Amerika 18% zu den Nettoerträgen der Bank bei. 2012 belegte die Deutsche Bank zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz in einer Umfrage von Greenwich Associates zum US-Handel festverzinslicher Wertpapiere, zudem liegt sie laut Global Custodian auf Platz 1 unter den Prime Brokern in Nordamerika. Bei der FX-Umfrage von Euromoney erreichte sie die Top-Platzierung in Nordamerika im Devisenbereich.

Am 01-11-2012

Zwei Jahre nach Fukushima:

Zum zweiten Jahrestag des Atomunfalls in Fukushima präsentiert die Umweltorganisation urgewald ein aktuelles Briefing zum Thema: Was haben deutsche Banken aus Fukushima gelernt? In einer Fragebogenaktion baten wir die acht größten Finanzinstitute um Antwort, welche Konsequenzen sie aus der Atomkatastrophe gezogen haben und welche Rolle Atomfinanzierungen heute in ihrem Portfolio spielen. Überprüft wurden diese Aussagen durch einen Praxischeck, in dem stichprobenartig die finanzielle Unterstützung deutscher Banken für hochumstrittene Konzerne wie Areva und die Uranfirmen Rio Tinto und BHP Billiton zwischen März 2011 und Januar 2013 untersucht wurden.

Treffer gab es dabei für zwei deutsche Banken: Die Deutsche Bank verhalf Areva und Rio Tinto im genannten Zeitraum zu über 1,1 Milliarden Euro. Die HypoVereinsbank/UniCredit versorgte im gleichen Zeitraum Areva und BHP Billiton mit 944,48 Millionen Euro. „Solche Summen für Unternehmen locker zu machen, die gefährliche Uranminen betreiben und die Erschließung weiterer Minen planen, ist unverantwortlich. Für atomkritische Menschen verbietet es sich, bei diesen Banken ein Konto zu haben“, erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.

Fragen zu möglichen Lehren aus der Fukushima-Katastrophe wurden an die folgenden Banken geschickt: Bayerische Landesbank, Commerzbank, Deka Bank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank/UniCredit, DZ-Bank, Landesbank Baden-Württemberg und NordLB. Mit Ausnahme der NordLB antworteten alle Banken. Insgesamt lässt sich aus den Antworten ein gesteigertes Problembewusstsein herauslesen, das jedoch vor allem dem Reputationsrisiko gilt, das Atomfinanzierungen darstellen. Die Konsequenzen sind unterschiedlich. „Auch hier tun sich HypoVereinsbank und Deutsche Bank negativ hervor, weil sie zwar ihre Prüfkriterien erweitert haben, aber dennoch nichts ausschließen. Ihre Prüfkriterien scheinen lediglich dem Ziel zu dienen, neue Atomfinanzierungen besser rechtfertigen zu können“, so Schücking. „Dabei zeigen Banken wie die BayernLB oder die Commerzbank, dass mehr möglich wäre. Beide Banken schließen bestimmte Atomgeschäfte, wie die Finanzierung von Uranminen oder den Bau neuer Atomkraftwerke tatsächlich aus.“ Trotzdem bleibt auch hier ein Graubereich, etwa wenn es um Firmenkredite an große Energieversorger geht oder um den Verkauf von allgemeinen Aktienfonds, die Atomfirmen enthalten.

Ganz sauber sind nur die Alternativbanken, die jegliches Atomgeschäft ausschließen und deutlich transparenter sind als die konventionellen Banken. „Wer sicher gehen will, dass sein Geld nicht für die Atomindustrie arbeitet, sollte deshalb die Bank wechseln", rät Schücking.

Die Ergebnisse der Recherche finden Sie in unserem Briefing "Was haben deutsche Banken aus Fukushima gelernt?" auf der urgewald-Webpage unter: http://urgewald.org/sites/default/files/briefingfukushima_9.3.2013.pdf

Am 12-03-2013

DEUTSCHE BANK beweist moralische Ignoranz des Konzerns

Die Übergabe des Internationalen ethecon Black Planet Award 2013 an die Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen sowie an Großaktionäre der DEUTSCHEN BANK war ein auffälliger Protestakt im Rahmen der Hauptversammlung. Das Bündnis der Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) Dachverband der Kritischen Aktionäre, ethecon - Stiftung ethik & Ökonomie, Facing Finance, Friends of the Earth Südafrika, Oxfam, Rettet den Regenwald, Robin Wood und urgewald hatte die Vorstandsvorsitzenden eingeladen, den Preis sowie 80.000 Protestunterschriften draußen in Empfang zu nehmen. Die Eingeladenen kamen dem nicht nach - "ein erschreckendes Zeichen für die Ignoranz der Verantwortlichen gegenüber der Kritik", so Axel Köhler-Schnura von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie.

Stattdessen bekamen zwei Männer mit den Gesichtsmasken von Jain und Fitschen den Schmähpreis symbolisch von der ethecon-Vertreterin Linda Spieckermann überreicht (siehe Foto). Herausgestellt wurde die erschreckende Priorität des Profits vor jeglicher Moral und Ethik von den Vorstandsvorsitzenden und Großaktionären der DEUTSCHEN BANK. Sie nehmen bei ihren Entscheidungen den Untergang unseres Blauen Planeten als Schwarzen Planeten in Kauf. Zu diesen zählen insbesondere die Finanzierung von Kohleförderung, das Geschäft mit dem Krieg durch die milliardenschwere Unterstützung der Rüstungsindustrie bis hin zum Uranabbau, die Förderung von sicherheitstechnisch fragwürdigen Atomkraftwerken sowie die Fortführung der Nahrungsmittelspekulation. Profitierende Unternehmen sind beispielsweise COAL INDIA, die bisherigen Schmähpreisträger TEPCO (2011) und GLENCORE (2012) und RHEINMETALL. Folgen dieser Geschäfte sind Zerstörung der Heimat vieler Menschen und Tiere, Vertreibung und Hunger, sowie der Tod durch Waffengewalt.

Kurz nach Beginn der Hauptversammlung verlagerte sich auch der Protest nach drinnen. Gleich der erste Redner der Generaldebatte kritisierte vor allem auch die Erhöhung der variablen Vergütung. Sie macht die Entscheidungen der MitarbeiterInnen noch abhängiger von riskanten Geschäften. Mit diesem Antrag der Erhöhung der variablen Vergütung von 100% auf 200% des Grundgehaltes agiert der Vorstand nicht nur entgegen ihrem Versprechen, zukünftig nachhaltig und vertrauensvoll zu handeln. Er tritt vor allem wiederholt Moral und Ethik mit den Füßen. Der "Kulturwandel" ist nicht zu finden. Die Entscheidungen haben nachhaltig Hunger und Leid auf der ganzen Welt zur Folge, so Axel Köhler-Schnura von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie.

Aufgrund dieser "Verantwortung für Ruin und Zerstörung unseres Blauen Planeten" (Begründung aus dem ethecon Black Planet Dossier 2013 DEUTSCHE BANK) bekommen die Vorstandsvorsitzenden sowie Großaktionäre den Internationalen ethecon Black Planet Award 2013. Der Schmähpreis "brandmarkt Gleichgültigkeit und Ignoranz" und symbolisiert, dass die Preisträger "zum Vorteil persönlicher Macht und privater Bereicherung ... den Untergang der Erde als Schwarzen Planeten in Kauf [nehmen]" (ebd.). Die Verweigerung des Internationalen ethecon Black Planet Award 2013 ist eine deutliche Aussage über ihre Reflexionspraxis.

Am 22-05-2014