Türkische Gemeinde

Großzügigerer Familiennachzug gefordert

Großzügigere Regelungen beim Familiennachzug fordert der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Hakki Keskin. Deutschland dürfe sich innerhalb der EU nicht weiter isolieren. Das drohe, wenn die bereits sehr engen Bestimmungen mit der Zuwanderungsdebatte nun noch weiter verschärft würden. Statt dessen solle die Bundesregierung der EU-Empfehlung folgen, wonach neben Ehegatten und kleinen Kindern auch Kindern über 16 Jahren sowie deren Großeltern die Einwanderung erlaubt werden solle.

Keskin unterstützte die Position der großen Parteien, in der Zuwanderungsdebatte zunächst stärker auf die Qualifikation und Integration der bereits hier Lebenden zu setzen. Das sei angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen gerade auch unter Ausländern als einen "sehr wichtigen und richtigen Ansatz". Zudem schätze er die Bereitschaft in der deutschen Bevölkerung, weitere Ausländer aufzunehmen, momentan als gering ein. Daher sei es nun wichtig, die Menschen durch sachliche Information für die Notwendigkeit von Zuwanderung zu sensibilisieren, betonte Keskin.

Die momentane Ausrichtung der Debatte auf deutsche Wirtschaftsinteressen hält Keskin für gleichermaßen legitim und problematisch. Die Wirtschaft dränge natürlich "zu Recht" darauf, dass ihr Bedarf an Fachkräften möglichst umgehend gedeckt werde und nicht erst, wenn durch Ausbildung das inländische Potenzial an Arbeitskräften für solche Posten zur Verfügung stehe. Er sehe aber auch die Gefahr, dass bei dieser Diskussion humanitäre Aspekte vergessen werden. Keinesfalls dürften etwa die Armutsflüchtlinge ausgeklammert werden, betonte Keskin.

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