Justiz

Anklage gegen mutmaßlichen PKK-Auftragsmörder

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat beim Oberlandesgericht Hamburg Anklage gegen einen mutmaßlichen Auftragsmörder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK erhoben. Das teilte die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde in mit. Der 37-jährige Kurde Ferit A. soll am 25. Februar 1986 in Hamburg im Auftrag der europäischen PKK-Führung einen politischen Gegner heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet haben.

Die europäische Führung der PKK habe Anfang 1986 den Angeschuldigten mit der Tötung des angeblichen "Verräters" Kürsat T. beauftragt, heißt es in der Anlageschrift des Generalbundesanwalts vom 20. August. Das Opfer habe seinerzeit sowohl den Alleinvertretungsanspruch der PKK als auch den PKK-Chef Abdullah Öcalan wegen seines diktatorischen Führungsstils kritisiert. Die Tötung habe auch den Zweck verfolgt, andere Partei-Kritiker abzuschrecken, hieß es weiter. Die PKK hatte den Angaben zufolge bereits Mitte 1984 in Europa eigens den Arbeitsbereich "Parteisicherheit, Kontrolle und Nachrichtendienst" zur "Ausschaltung" missliebiger Personen und von Funktionären konkurrierender kurdischer Organisationen gebildet.

Der Angeschuldigte spähte laut Anklageschrift zunächst die Lebensgewohnheiten seines Opfers in Hamburg über mehrere Tage hinweg aus. Als er Kürsat T. auf der Straße gesehen habe, sei er aus einem Café gestürmt und habe sofort mit einer Pistole auf sein argloses Opfer geschossen. Der Mann starb zwei Tage später an einer Hirnlähmung infolge der Kopfverletzungen.

Der Angeschuldigte war den Angaben zufolge am 18. September 2000 per Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 03. Januar 1994 am Grenzübergang Zupanja in Kroatien festgenommen worden. Er wurde am 27. März 2001 nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

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