Zustimmungsbedürftig
Bundestag beschloss Zuwanderungsgesetz
Führende Wirtschaftsvertreter forderten vor der Bundestagsabstimmung von den Parteien eine rasche Einigung über das Zuwanderungsgesetz. Der Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, richtete einen eindringlichen Appell an die Parteien, sich noch vor der Bundestagswahl auf ein Zuwanderungsgesetz zu verständigen. "Ich kann die Union nur dazu auffordern, das Gesetz der Bundesregierung nicht zu blockieren", mahnte Henkel in der "Berliner Zeitung".
Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), warf der Union vor, in der Bevölkerung die Angst vor einer massenhaften Einwanderung zu schüren. Solche Darstellungen seien schlicht falsch. Anfang der 90er Jahre seien 1,2 Millionen Menschen pro Jahr nach Deutschland zugewandert, Ende der 90er Jahre seien es 900 000 gewesen, sagt Beck. "Im letzten Jahr sind davon 86 000 Ausländer in Deutschland geblieben. Das ist wahrlich keine Zahl, die uns beunruhigen könnte", appelliert sie an die Union.
Hier die Kernpunkte des Gesetzentwurfs der Bundesregierung und die Kritik der Union:
ARBEITSMIGRATION: Laut Gesetzentwurf haben Deutsche und bereits hier lebende Ausländer bei der Arbeitsplatzvergabe Vorrang vor der Anwerbung von Kräften aus dem Ausland. Vor der Erteilung einer Arbeitserlaubnis müssen die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in ganz Deutschland geprüft werden. Davon unabhängig bekommen Hochqualifizierte ein Daueraufenthaltsrecht. Der Union ist die Bindung an nationale Interessen nicht strikt genug. Sie kritisiert, dass die Entscheidung den regionalen Arbeitsämtern überlassen werden soll.
ASYL: Asylverfahren werden beschleunigt. Die Duldung als Aufenthaltstitel wird abgeschafft. Opfer nichtstaatlicher und geschlechtsspezifischer Verfolgung erhalten kein Asyl, aber einen Abschiebeschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention, das so genannte "kleine Asyl". Dieser Aufenthaltsstatus verfestigt sich nach drei Jahren - ein Kritikpunkt der Union, der das Gesetz hinsichtlich neuer Zuwanderungstatbestände zudem zu ungenau ist.
BEGRENZUNG: In Paragraf 1 des Gesetzentwurfes heißt es: "Das Gesetz dient der Steuerung und Begrenzung des Zuzugs von Ausländern in die Bundesrepublik Deutschland." Damit kam die Regierungskoalition der Union entgegen. CDU und CSU kritisieren jedoch, dass das Gesetz in Wahrheit die Zuwanderung nicht begrenzt, sondern erheblich erweitere.
FAMILIENNACHZUG: Die Koalition will das Nachzugsalter für Kinder in Deutschland lebender Ausländern von derzeit 16 auf 12 Jahre senken. CDU und CSU fordern in ihrem gemeinsamen Papier maximal 10 Jahre und bemängeln am Regierungsentwurf zudem, dass das Nachzugshöchstalter durch Ausnahmebestimmungen faktisch auf 18 Jahre angehoben werde.
HÄRTEFALLREGELUNG: Der jüngste Entwurf sieht vor, dass eine Aufenthaltserlaubnis ohne sonstige Gründe erteilt werden kann, "wenn dringende humanitäre oder persönliche Gründe die weitere Anwesenheit des Ausländers im Bundesgebiet rechtfertigen". Diese Formulierung ist der Union zu ungenau.
INTEGRATION: Im Gesetzentwurf sind Deutschkurse und eine Einführung in deutsche Geschichte, Kultur und das Rechtssystem vorgesehen. Die Kosten sollen sich Bund und Länder teilen, einen "angemessenen Beitrag" sollen auch die Zuwanderer selbst zahlen. Der Union fehlen Sanktionen gegen Zuwanderer, die an den Kursen aus eigenem Verschulden nicht teilnehmen. Auch seien von den Ländern gewünschte Verbesserungen bei der Aufteilung der Kosten nicht erfolgt.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 01. Mär. 2002 unter:
arbeitStichworte:
« Koalition entlastet freiwillig versicherte Rentner
Bundesrat billigt neues Krankenhaus-Vergütungssystem »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- ESSO: Milliarden mit schwarzen Gold | Profit um jeden Preis
- SPD und Piratenpartei zum Urheberrecht
- Wellness durch Yoga Übungen
- Depression: Symptome, Test und Hilfe bei Depressionen
- Birgit Corinna Lange: Über Liebestaumel, Amerika und New York
- Emanzipation der Frau: Kristina Schröder, Frauenqoute und Gleichberechtigung
- Fitness & Wellness durch Sport im Alter
- Coaching für Führungskräfte: Jürgen Klopp | Motivation und Erfolg
- Erneuerbare Energien als Zünglein in der Wahl
- Bremen: Schüler in die Camps
