Nach Greenpeace-Aktion
Bundesregierung beschlagnahmt erstmals illegal gefälltes Tropenholz
"Das ist ein einmaliger und wichtiger Schritt der Bundesregierung mit weltweiter Signalwirkung", begrüßt Greenpeace-Waldexpertin Michaela Braun die Entscheidung der Bundesregierung. "Endlich wacht die Politik auf und unternimmt erste Schritte zur Rettung der letzten Urwälder. Diesem Beispiel müssen alle Regierungen folgen. Auf dem Urwaldgipfel in Den Haag im April müssen sie den Import von Holz aus Urwaldzerstörung stoppen."
Der für Forsten zuständige Staatssekretär im Verbraucherministerium, Matthias Berninger (Grüne), erklärte gegenüber Greenpeace: "Wir müssen den Handel stärker in den Blick nehmen und dort, wo illegal eingeschlagenes Holz auf den Markt kommt, dies brutal vom Markt nehmen."
Das in Hamburg festgehaltene Mahagoni wurde nach Angaben der brasilianischen Umweltbehörde Ibama illegal gefällt. Die Behörde verhängte im Oktober 2001 ein Handels- und Exportverbot für Mahagoni, um die Urwälder Brasiliens zu schützen. Nach Klagen der Holzfirmen wurde das illegal gefällte Mahagoni dennoch exportiert, obwohl das Verfahren bis heute in der Schwebe ist. Greenpeace forderte von der Bundesregierung während der Proteste im Hamburger Hafen sofortige Schritte gegen die Einfuhr des illegal gefällten Urwaldholzes.
Die Auseinandersetzung um den Import von Urwaldhölzern findet im Vorfeld der sechsten Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (COP-6 CBD) statt, die vom 7. bis 19. April in Den Haag tagt. Greenpeace fordert von den Regierungen, auf dem Urwaldgipfel ein wirksames Programm zum Schutz der letzten Urwälder zu verabschieden. Dazu gehört, dauerhafte Urwald-Schutzgebiete einzurichten und ökologische Waldnutzung zu fördern. Zum Schutz der Urwälder und ihrer Artenvielfalt sind nach Einschätzung von Greenpeace jährlich 17 Milliarden Euro erforderlich.
Die Beschlagnahmung wurde am Rande der "Berliner Urwaldtage" bekannt. Greenpeace-Urwaldbotschafter und "Kids for Forests" führen in der Bundeshauptstadt seit Mittwoch persönliche Gespräche mit über 150 Bundestagsabgeordneten aller Parteien, um ihnen die Notwendigkeit des Urwaldschutzes klar zu machen.
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Am 22. Mär. 2002 unter:
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