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"Freie Bahn" für Wildtiere auf Deutschlands Straßen

DJV, NABU und WWF fordern

Der Deutscher Jagdschutz-Verband (DJV), Naturschutzbund NABU und Umweltstiftung WWF machen auf die gravierenden Probleme der Wildtiere bei Überquerung von Verkehrswegen aufmerksam. Gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten müssten viele Wildtiere ihr Leben auf deutschen Straßen lassen. Die Bedrohung der Tiere wächst: ihr Lebensraum wird kleiner und durch Siedlungen, Bahntrassen und Straßen immer mehr zerschnitten. Mit einem gemeinsamen Positionspapier richten sich die Naturschutzorganisationen an Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Verkehrsminister Manfred Stolpe. DJV, NABU und WWF fordern die Verantwortlichen dazu auf, ein nationales Programm zum Schutz und zur Wiederherstellung von Wanderkorridoren für Wildtiere (Entschneidungsprogramm) zu beschließen. Nur so sei zu gewährleisten, dass sich Wildtiere künftig ungehindert und gefahrlos in ihren Lebensräumen bewegen könnten.

"Die Lebensräume für wild lebende Tiere werden kleiner und immer stärker zerstückelt. Stark befahrene Straßen, Bahntrassen und kanalisierte Fließgewässer stellen für viele Wildtiere unüberwindliche Barrieren dar. Großräumige Wanderungen von Luchsen, Wildkatzen, Rotwild oder Fischottern werden so unterbunden. Im Extremfall führt dies dazu, dass die Tiere keine geeigneten Partner finden und sich nicht mehr vermehren", begründet DJV-Präsident Constantin Freiherr Heereman das Engagement der Naturschutzorganisationen. Querungshilfen wie Grünbrücken oder Unterführungen würden in den Niederlanden, der Schweiz oder Österreich viel häufiger realisiert als in Deutschland.

"Wanderkorridore stellen einen unverzichtbaren Bestandteil des Biotopverbunds dar, deren Berücksichtigung Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Eingriffsminderung nach dem Bundesnaturschutzgesetz werden muss", erläutert NABU-Präsident Jochen Flasbarth und fordert eine entsprechende Berücksichtigung bei der derzeitigen Erarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes 2003. Carl Albrecht von Treuenfels, Präsident des WWF-Deutschland, fügt hinzu: "Um den anhaltenden Artenschwund in Deutschland zu stoppen, brauchen wir dringend eine Nationale Naturschutzstrategie." Deutschland müsse einen glaubwürdigen Schritt zur Umsetzung der Konvention über die Biologische Vielfalt im eigenen Land unternehmen, so Treuenfels weiter.

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