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Pro Wildlife kritisiert deutschen Jagdtourismus in Nordamerika

Artenschutz

Zum Auftakt der am Freitag beginnenden ITB kritisieren die Tourismus- und Naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Undine Kurth, und die Münchner Artenschutzorganisation Pro Wildlife die Spitzenposition deutscher Jagdtouristen. Allein in British Columbia (B.C.) würden jährlich hunderte der bedrohten Grizzlys von Hobbyjägern erlegt, so die Organisation. Die offiziell genehmigten Jagdquoten in B.C. seien ökologisch hoch bedenklich und würden zudem nicht eingehalten. Deutsche seien dabei die zweitaktivsten Bärentöter in B.C., betont Kurth.

Die Pro Wildlife-Expertin Daniela Freyer ergänzt, dass die EU deshalb im November 2001 ein Importverbot für Grizzly-Jagdtrophäen aus B.C. verhängt hätte, dieses aber auf Druck der kanadischen Jagdlobby im April 2002 wieder zurückgenommen worden sei. Die Zeit für ein Importverbot von Grizzly-Trophäen dränge, da Anfang April die nächste Saison der Frühjahrs-Bärenjagd beginne.

Zwar zahlten Hobbyjäger rund 10.000 US Dollar für den Abschuss eines Grizzlys, jedoch nehme die Provinzregierung in B.C. hierdurch deutlich weniger Geld ein als durch Touristen, die kämen, um lebende Bären zu beobachten, so Kurth.

Über 12.000 Grizzlys hätte die BC-Provinzregierung in den letzten 36 Jahren zum Abschuss frei - ein Aderlass, den die Bestände nach Expertenmeinung nicht verkraften könnten. In einem Großteil seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes in Nordamerikas sei der Grizzly bereits ausgerottet.

"Auch in Kanada schrumpft sein Lebensraum unaufhörlich - und die Trophäenjagd verschlimmert die Situation", kritisiert Freyer.

In der Vergangenheit hätte die B.C. Provinzregierung die Grizzly-Bestandszahlen manipuliert und kritische Studien unterschlagen, um auch weiterhin überhöhte Jagdquoten zu rechtfertigen. Ein im Januar 2001 beschlossenes temporäres Jagdverbot sei nur wenige Monate später von der Nachfolgeregierung wieder aufgehoben worden. Eine neue Bestandsstudie werde seit Ende letzten Jahres erwartet, doch verzögere sich die Veröffentlichung der Ergebnisse

Die Trophäenjagd sei aus ökologischer Sicht äußerst fragwürdig, da sie auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung somit besonders wichtigen Tiere ab ziele und steht damit im Gegensatz zu den Selektionsmechanismen der Natur, die kranke und schwache Tiere tötet.

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