Überfischung
Dorschbestand in Neufundland erholt sich nicht
Betroffen vom Schwund der einst so häufigen Dorschbestände seien auch ehemalige Fischer in den Provinzen Quebec und New Brunswick. In den kommenden drei Jahren würden sämtliche Fischereiaktivitäten in den betroffenen Gebieten verboten werden, so der Bericht. Besonders geschützt werden solle auch der Kapellan (Mallotus villosus), ein kleiner Fisch, der in erster Linie Nahrung für den Dorsch ist. Die gesamte Befischung solle um 40 Prozent eingeschränkt werden. Die Regierung wolle außerdem vier Millionen Euro in die Erforschung der Zusammenhänge zwischen den Dorsch-Beständen und den Robben investieren, erklärte der kanadische Fischereiminister Robert Thibault.
Umweltschützer kritisieren die Regierung dafür, dass der Entschluss zum Fischfangstopp zu spät käme. "Bereits vor 20 Jahren hat die Sea Shepherd Conservation Society das Department of Fisheries and Oceans zu einem Moratorium wegen der Dorschfischerei aufgerufen", so Paul Watson, Fischereiexperte. Anstatt die Fangquoten zu senken, habe man die Warnungen ignoriert. Der Experte kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Fangquote von Robben in dieser Gegend. "Mehr als 350.000 Robben sind in diesem Jahr zum Abschuss freigegeben worden. Das ist die höchste Quote, die es je für Meeressäuger gab", erklärt Watson. In den kommenden zwei Jahren sollen weitere 700.000 Robben gejagt werden dürfen. Viele der ehemaligen Dosch-Fischer seien heute Robbenjäger geworden. "Wenn die Entwicklung diesen Weg weiter geht, sieht es für die Meeressäuger schlecht aus", meint der Ökologe.
1992 wurde die Georges Bank im Süden von Neufundland wegen Überfischung als erstes Fanggebiet aufgegeben. Den kanadischen Fischern stehen ähnlichen Zeiten bevor wie ihren Kollegen in Nordeuropa.
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Am 30. Apr. 2003 unter:
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