Ehrung für Zivilcourage

Friedensnobelpreis für iranische Menschenrechtlerin

Zur Entscheidung des Nobelkomitees, die iranische Menschenrechtlerin Schirin Ebadi mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, erklärt der Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion und Leiter der deutsch-iranischen Parlamentariergruppe Rudolf Bindig: "Mit der Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an die iranische Juristin und Schriftstellerin wird ihr langjähriger unerschrockener Einsatz für die Menschenrechte gewürdigt. Zugleich ermutigt die Entscheidung des Nobelkomitees all jene Menschen in Iran, die sich unter dem Diktat des Wächterrates auf friedliche Weise für Menschenrechte und Demokratie einsetzen und dabei auch das persönliche Risiko nicht scheuen."

Als Anwältin habe Schirin Ebadi viele von ihnen verteidigt. Auch sie selbst lebt mit ihrer kritischen Haltung gegenüber den radikal-islamistischen Kräften innerhalb des Regierungssystems in ständiger Bedrohung. Die während der Schah-Zeit erste weibliche Richterin in Iran hat sich vor allem für die Rechte von Frauen engagiert, die erst gestern wieder eine schwere Niederlage einstecken mussten.

Der Wächterrat hatte die vom Parlament bereits verabschiedete UN-Konvention zur Abschaffung jeder Diskriminierung von Frauen als unislamisch abgelehnt. Shirin Ebadi dagegen sieht keinen Gegensatz zwischen Islam und Menschenrechten beziehungsweise Frauenrechten und hat sich immer fuer einen Dialog der Kulturen eingesetzt. "In einer Ära der Gewalt ist sie konstant für Gewaltfreiheit eingetreten", heisst es in der Begründung des Nobelkomitees.

Mit seiner überraschenden Entscheidung stärke das Nobelkomitee weltweit Menschenrechtsverteidigern den Rücken, aber insbesondere allen muslimischen Frauen, die unter den sehr unterschiedlichen politischen Bedingungen ihrer Länder für Gleichberechtigung kämpfen.

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