Waldschutz

Handelskonzern will auf Papier aus Regenwaldzerstörung verzichten

Die Metro, einer der größten Handelskonzerne der Welt, beendet die Geschäftsbeziehungen mit ihrem Papierlieferanten APP. Damit reagiert Metro auf Proteste von ROBIN WOOD. Die Umweltorganisation hatte kritisiert, dass der Zellstoff-Konzern APP (Asia Pulp and Paper) für seine Papierproduktion großflächig Regenwald auf Sumatra vernichtet und für Menschenrechtsverletzungen an der dort lebenden Bevölkerung verantwortlich ist. ROBIN WOOD wertet die jetzt getroffene Entscheidung der Metro als wichtiges Signal für Industrie und Handel weltweit, aus dem Handel mit Produkten aus Urwaldzerstörung auszusteigen.

Metro geriet unter Druck, nachdem ROBIN WOOD öffentlich gemacht hatte, dass die beiden zur Metro gehörenden Ketten Kaufhof und Real Papier von APP verkaufen. ROBIN WOOD hatte bei einem renommierten US-amerikanischen Labor eine Faseranalyse von APP-Kopierpapier der Marke "Sigma Universal" (Real) in Auftrag gegeben. Ergebnis: Das Papier war aus Tropenholz hergestellt. Es folgten Protestaktionen auf der diesjährigen Aktionärsversammlung der Metro in Düsseldorf und vor Kaufhäusern in etlichen deutschen Städten ? und endlich das Einlenken der Metro. Die Metro Group habe zunächst die Forderungen von ROBIN WOOD geprüft und habe dann APP um Stellungnahme gebeten, schrieb die Umweltmanagerin des Konzerns jetzt an ROBIN WOOD.

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Den Dialog mit APP hat die METRO Group zum Anlass genommen, von allen ihren Papierlieferanten den schriftlichen Nachweis zu verlangen, dass die verwendeten Rohstoffe nicht aus schutzwürdigen Waldgebieten stammen. Dieser schriftliche Herkunftsnachweis ist in Zukunft Voraussetzung der Lieferanten zur Teilnahme an Papierausschreibungen. APP hat den Nachweis nicht geliefert." APP hat angekündigt, allein in diesem und im nächsten Jahr 180.000 Hektar Wald auf Sumatra zu roden. Recherchen von ROBIN WOOD vor Ort belegen, dass APP nicht einmal garantieren kann, dass das Holz aus legalen Quellen stammt. "Die Entscheidung der Metro wird international Wellen schlagen. Sie zeigt Investoren und Industrie weltweit, dass Unternehmen sich um ihr Image sorgen müssen, wenn sie Geschäfte auf Kosten des Regenwaldes machen", sagt Peter Gerhardt vom ROBIN WOOD-Tropenwaldreferat.

ROBIN WOOD ermuntert die Metro, jetzt konsequent den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. "Wir wollen die Metro gern dabei unterstützen, verbindliche Standards für den Einkauf von Papier festzulegen und mehr Recyclingpapier anzubieten", so Jens Wieting von ROBIN WOOD. Vor der Metro-Gruppe haben bereits Karstadt und die Deutsche Post auf Proteste von ROBIN WOOD reagiert und Papier von Unternehmen, die Regenwald auf Sumatra vernichten aus dem Sortiment genommen.

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