Juden nicht passiv

Schindler-Biograph kritisiert Spielberg Film

Schindler-Biograph David M. Crowe kritisiert die Darstellung von Oskar Schindlers Leben in Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste". "Die Liste ist nicht der eigentliche Kern der Lebensgeschichte Schindlers", sagte der amerikanische Historiker dem Nachrichtenmagazin "Focus". Spielberg habe dies dramatisiert und damit einen Mythos geschaffen, der letztlich Schindlers Werk schmälere. "Wirklich ärgerlich" sei das Ende von Spielbergs Film. "Ein sowjetischer Soldat sagt den völlig passiven Schindler-Juden, dass sie frei seien. Diese Juden waren aber eine hochaktive Gruppe. Schindler hatte sie sogar mit Waffen ausgerüstet und zu einer Quasi-Guerilla ausgebildet", stellte Crowe klar.

Schindlers großes Verdienst sei "seine Veränderung" gewesen. Zunächst habe er die Juden als Arbeiter angestellt, weil sie billiger waren als polnische Arbeiter. Schließlich habe er jüdische Organisationen mit Informationen über die Pläne der Nazis versorgt und als Mittelsmann gedient, um Geld in die Lager zu schmuggeln, mit dem Wachen bestochen und Lebensmittel auf dem Schwarzmarkt gekauft wurden. Am Ende habe er dann 1098 Juden gerettet. "Ich bin der Meinung, dass Oskar Schindler der Wichtigste aller 'Righteous Gentiles' ("Gerechten unter den Völkern) ist", sagte Crowe.

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