Massaker

Özdemir fordert von der Türkei Geschichtsaufarbeitung und schmerzhafte Reformen

Der Grünen-Europaabgeordnete Cem Özdemir fordert von der Türkei eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Das Land müsse sich auch den dunklen Kapiteln seiner Vergangenheit stellen wie den Massakern an der armenischen Bevölkerung, sagte Özdemir in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Politiker forderte von der Türkei zugleich schmerzhafte Reformen, vor allem in der Landwirtschaft.

Dies sei zwar kein offizielles Kriterium beim angestrebten Beitritt der Türkei zur EU. Doch habe sich gezeigt, dass diejenigen, "die sich ehrlich mit ihrer Geschichte befasst haben und Versöhnungsarbeit leisten, am ehesten in der Lage sind, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern".

Özdemir sagte, viele Gesellschaften seien bereit, sich zu erneuern und zu demokratisieren, um Mitglied der EU zu werden. "Das sehen wir ja gerade am Beispiel der Türkei und der Reformen, die dort in den letzten Jahren durchgeführt worden sind", sagte der Abgeordnete. Der Europaparlamentarier kritisierte zudem anhaltende Probleme bei der Einhaltung der Menschenrechte und betonte: "Jeder einzelne Folterfall ist immer noch einer zuviel."

Die Türkei müsse sich allerdings auch klar darüber werden, dass sie noch viele schwierige und auch schmerzhafte Reformen vor sich habe, insbesondere in der Landwirtschaft, wo aktuell 35 Prozent der türkischen Bevölkerung beschäftigt seien. "Das wird sicher in zehn, fünfzehn Jahren nicht mehr so aussehen können", sagte Özdemir.

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