Job-Effekte nicht messbar
Weniger Kündigungsschutz würde angeblich jeden dritten Arbeitnehmer treffen
Falls eine Verschärfung lediglich für Neueinstellungen eingeführt werden sollte, seien nicht alle neun Millionen Beschäftigten sofort betroffen. Doch wegen der starken Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt würde sie sich zunehmend bemerkbar machen, so die Wissenschaftler: Nach Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) beginnen jährlich zwischen 7,3 und 8,9 Millionen Menschen ein neues Arbeitsverhältnis.
Bei einer Ausweitung der Wartezeit - die Zeit, die ein Beschäftigungsverhältnis bestanden haben muss, um unter den Kündigungsschutz zu fallen - würden darüber hinaus auch immer mehr Mitarbeiter von größeren Firmen ihren Kündigungsschutz verlieren, so das WSI. Schon heute treffe jede fünfte Entlassung in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten Arbeitnehmer, die noch kein halbes Jahr im Betrieb arbeiteten - und deshalb noch keinen Kündigungsschutz genießen. Bei einer Verlängerung der Wartefrist von heute sechs Monaten auf zwei Jahre würde nach WSI-Berechnungen bei 48 Prozent aller Kündigungen der Kündigungsschutz nicht mehr gelten.
Das WSI wies angesichts entsprechender Diskussionen darauf hin, dass Untersuchungen verschiedener Forschungsinstitute keinen empirischen Beleg dafür erbringen konnten, dass unterschiedliche Schwellenwerte für den Kündigungsschutz zu mehr Beschäftigung führen.
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Am 03. Aug. 2005 unter:
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