"Auschwitz-Erlass"

Bundesrat gedachte der Verfolgung der Sinti und Roma

Der Bundesrat hat in einer Schweigeminute an die Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten erinnert. "Der Völkermord an den Sinti und Roma darf und soll nicht vergessen werden", sagte Bundesratspräsident Peter Harry Carstensen am Mittwoch in der Länderkammer in Berlin. Carstensen erinnerte daran, dass mit dem so genannten "Auschwitz-Erlass" vom 16. Dezember 1942 und den daraufhin einsetzenden Deportationen die Nationalsozialisten den Versuch einleiteten, die deutschen und europäischen Sinti und Roma vollständig zu vernichten. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 500.000 Sinti und Roma dem systematisch geplanten Völkermord zum Opfer fielen.

"Sinti und Roma sind keine Fremden. Sie gehören zu Deutschland und sie gehören zu Europa", sagte Carstensen. Gerade deshalb sei das geplante zentrale Mahnmal in Berlin so wichtig.

Carstensen dankte dem in Lübeck arbeitenden Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass dafür, dass er eine "Stiftung zugunsten des Romavolkes" gegründet hat. Deren Zweck sei, "das Verständnis für die Eigenarten des Romavolkes zu fördern" und über dessen kulturelle und soziale Lage in Geschichte und Gegenwart aufzuklären.

Dies sei auch nötig, denn die Stärke einer Demokratie, in der die Mehrheit entscheide, zeige sich gerade darin, "wie sie mit den Minderheiten umgeht, die in der Gesellschaft leben."

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