Forschung und Landwirtschaft
Maßgenaue Düngung und Umweltentlastung durch Satellitenhilfe
"Ziel des Projektes ist es, die Güllemenge abhängig vom tatsächlichen Nährstoffbedarf auf Flächen zu regulieren, um somit einen lokalen Nährstoffüberschuss und -mangel zu verhindern", so Kühbauchs Kollege Dr. Jürgen Schellberg. Durch eine Kartierung bisheriger Erträge und Bodenproben sollen der Nährstoffentzug und die erforderliche -ergänzung auf Feldparzellen genau errechnet werden. Das Ergebnis wird in einem Geoinformationssystem abgespeichert und dann auf dem Bordrechner des Schleppers abgelegt. Ein Geoinformationssystem ist ein rechnergestütztes System, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfasst, analysiert, modelliert und präsentiert werden.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt dieses Projekt, an dem auch die niedersächsische Firma Landmaschinen Wienhoff (Bawinkel) beteiligt ist, mit 160.000 Euro. Das Verfahren wird zur Zeit in Feldversuchen getestet. Gülle enthält Stickstoffverbindungen wie etwa Nitrat, die im Boden natürlich vorkommen. Da Pflanzen diesen "Baustein des Lebens" zum Aufbau von Eiweiß benötigen, ist die organische Düngung unerlässlich.
Düngung nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip Stickstoff wird dem Boden als Dünger zusätzlich zugeführt, um die Erträge zu sichern. Wenn Grünland oder Äcker zu stark gedüngt werden, versickern die Nährstoffe im Grundwasser, verwandeln sich in Nitrit und können dem Menschen gefährlich werden. Wird die benötigte Düngemenge ungenau berechnet und die Gülle nach dem Gießkannenprinzip, nicht nach den Notwendigkeiten einzelner Parzellen, verteilt, kann dies zu einem Überschuss führen. "Dass innerhalb der Grünland- und Ackerböden die Güllemenge unterschiedlich verteilt werden müsste, wird bei der bislang herkömmlichen Düngung nicht berücksichtigt," betont Prof. Dr. Walter Kühbauch von der Uni Bonn.
Die Methode, an der das Forschungsinstitut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz zurzeit arbeitet, solle Abhilfe schaffen.Die Position des Güllewagens werde mittels Global Positioning System (GPS) bestimmt und die für die jeweilige Position passende Menge über ein Steuerventil am Güllefass reguliert. "Das neuartige Verfahren, das bisher weltweit noch nicht bearbeitet wurde, wird die Landwirtschaft noch umweltfreundlicher und ressourcenschonender machen", so DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Doch nicht nur das: "Die Anwendung der neuen Düngemethode schont die Umwelt, ohne dass der Landwirt Ertragseinbußen befürchten muss."
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Am 07. Apr. 2006 unter:
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