Klimapolitik
Großzügige "Verschmutzungsrechte" für Braunkohlekraftwerke
Gabriel sagte, die Braunkohle würde nicht privilegiert. Es werde lediglich eine Umverteilung von Verschmutzungsrechten von alten Anlagen auf effiziente geben. Es sei vorgesehen, dass ältere Kraftwerke, die mehr Emissionen verursachen, entweder ihre Leistung drosseln oder mehr Emissionsrechte kaufen müssten.
Das Vorhaben ist bei den Grünen auf Kritik gestoßen. Die Vizevorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, forderte, dass die Verteilung der Zertifikate von den produzierten Kilowattstunden statt vom verwendeten Brennstoff abhängig gemacht werden müsse.
Grüne kritisieren Konzentration der Energiekonzerne - FDP: Grüne trugen zu Konzentration bei
Höhn kritiserte, dass der Strommarkt in Deutschland nur unter den vier Konzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW aufgeteilt sei. Diese würden 90 Prozent der Stromproduktion kontrollieren - dadurch entstünde kein Wettbewerb.
Die FDP-Politikerin Gundrun Kopp warf Höhn in diesem Zusammenhang vor, dass die rot-grüne Bundesregierung beispielsweise daran beteiligt gewesen sei, dass es mit dem Zusammenschluss der Energiekonzerne E.On und Ruhrgas zu einer weiteren Konzentration gekommen sei. Und heute beklage sie die Konzentration.
Höhn: Die Kraftwerke mit dem größten CO2-Ausstoß werden geschützt
Desweiteren kritisierte Höhn, dass die Bundeskanzlerin die Kraftwerke mit dem größten CO2-Ausstoß und der niedrigsten Effizienz schütze. "Wenn wir die Braunkohlekraftwerke, die wir haben, durch neue ersetzen, werden wir die ehrgeizigen Klimaschutzziele in Deutschland nie erreichen, da können wir noch so lange über Glühlampen und autofreie Sonntage reden", so Höhn.
Sie wies darauf hin, dass die Gewinne von E.On im letzten Jahr um 20 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen seien. Die Gewinne habe das Unternehmen durch "ungerechtfertigte Preiserhöhungen" gesteigert, was nach Ansicht von Höhn nur möglich war, weil es in diesem Bereich keinen Wettbewerb gäbe. Darüber hinaus würden die Energieunternehmen die Wirtschaft und die Verbraucher mit ungefähr 5 Milliarden Euro belasten, imdem sie den Preis für die Emissionszertifikate, die ihnen die Bundesregierung schenke, umlegten.
Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte die von Wirtschaftsminister Glos durchgesetzte Erhöhung der angerechneten Betriebsdauer von 7500 auf 8250 Stunden pro Jahr für neue Braunkohlemeiler. Im Ergebnis sei dies nichts anderes als "die Einführung eines privilegierten Braunkohle-Benchmarks durch die Hintertür".
Mit der Maßnahme dürften neue Braunkohlekraftwerke die Atmosphäre mit 825 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde Strom belasten, Steinkohlekraftwerke mit 750 Gramm pro Kilowattstunde Strom und Gaskraftwerke mit 365 Gramm pro Kilowattstunde Strom. Nach Auffassung der Organisation passt dieses Vorgehen weder national noch international in die klimapolitische Landschaft.
Das Vorhaben sei nicht mit dem Versprechen der Bundesregierung in Einklang zu bringen, man wolle als Reaktion auf den jüngsten alarmierenden Bericht des Weltklimarates (IPCC) "entschiedene Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen" vorantreiben.
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Am 11. Apr. 2007 unter:
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« Nordkorea soll mit Billigung der USA Waffen an Äthiopien geliefert haben
BUND fordert Ökostandards für Bioenergie »
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