Rückkehr in die Kohlezeit?
Ex-Wirtschaftsminister Müller fordert neue Zechen und Kokereien im Ruhrgebiet
Die Preise für Koks zur Stahlherstellung waren im Frühjahr zeitweise auf bis zu 450 Dollar angestiegen und liegen momentan zwischen 250 und 300 Dollar. Zu diesen Preisen könne - so Müller - deutsche Kohle ohne Subventionen gefördert werden: "Wenn die Kokspreise 15 Jahre lang auf dem Weltmarkt so teuer blieben, wäre eine neue Zeche plus Kokerei staatsfrei sehr profitabel." Diese Garantie könne die Wirtschaft aber nicht geben. "Deswegen sind wir bereit, eine neue Kokskohlenzeche zu bauen, wenn es eine Risikoteilung gibt." Sonst, so Müller, gehe es mit dem Standort Deutschland bergab: "Wenn das so weitergeht, werden viele Stahlhersteller dahin abwandern, wo der Koks ist: nach Asien. Der Trend zur Deindustrialisierung Europas kann durch die Koksknappheit enorm beschleunigt werden."
Am 19.September startet Müller zusammen mit dem designierten BDI-Präsidenten Jürgen Thumann eine Werbekampagne für die Kohle. "Das strategische Ziel müsste sein: 100 Prozent Selbstversorgung mit Koks und 15 bis 20 Prozent Anteil an der deutschen Stromerzeugung. Dafür bräuchten wir insgesamt rund 30 Millionen Tonnen Kohle im Jahr - mehr, als wir jetzt fördern", so Müller zum stern.
Als ersten Schritt hat sich Müller mit einigen Stahlkonzernen auf eine 300 Millionen teure Erweiterung der Kokerei Prosper in Bottrop geeinigt. Nach stern-Informationen sind an dem Konsortium ThyssenKrupp, die Stahlwerke Bremen, Peine-Salzgitter und der österreichische Stahlkonzern Voest-Alpine beteiligt.
Die Kohlesubventionen könnten schon in diesem Jahr um viele Millionen geringer ausfallen und den Etat von Finanzminister Hans Eichel entlasten. Müller: "Bleiben die Preise hoch, sinken die staatlichen Kohlehilfen unter Plan und entlasten die Haushalte."
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Am 16. Sep. 2004 unter:
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