Berlinerin Daniela Wagner erhält Preis für Gegenwartsfotografie

Aenne-Biermann-Preis

Der Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie 2001 geht an die Berlinerin Daniela Wagner. Das teilte das Geraer Museum für Angewandte Kunst (MAK) mit, das den Preis zum fünften Mal ausgeschrieben hatte.

Die 29jährige erhalte die mit 4.000 Mark dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit "anna nel finne". Den zweiten (3.000 Mark) und den dritten Preis (2.000 Mark) vergab die Fachjury an Nina Schmitz und Katharina Mayer, beide Düsseldorf. Darüber hinaus wurden 14 Anerkennungen ausgesprochen.

Die in diesem Jahr getroffene Auswahl vermittle ein breites Spektrum unterschiedlichster Positionen des zeitgenössischen Schaffens in Deutschland, konstatierten die Juroren. Dies reiche von der engagierten Sozialreportage über bemerkenswerte Porträts, originalfotografische Buchprojekte bis zur inszenierten Fotografie. Der im Sinne Aenne Biermanns ausgesprochen bewusste und dabei innovative Umgang mit dem Medium Fotografie zeichne die Arbeiten all jener Künstler aus, die in der Ausstellung zum 5. Aenne-Biermann-Preis vertreten sein werden. Sie wird am 24. September im Geraer MAK eröffnet. Während der Vernissage werden die Auszeichnungen übergeben.

Mit 289 Autoren, 38 mehr als 1999, hatten sich in diesem Jahr so viele Amateur- und Berufsfotografen, Fotodesigner und -grafiker wie noch niemals zuvor an diesem Wettbewerbs beteiligt. Auch die Zahl der eingereichten Werke lag mit 843 um mehr als 200 über der von vor zwei Jahren. An der ersten Auflage hatten sich 120 Künstler mit rund 400 Werken beteiligt.

Der Preis war erstmals 1993 ausgeschrieben worden. Benannt ist er nach der in Goch am Niederrhein geborenen Fotografin Aenne Biermann (1898-1933), die ab 1920 in Gera lebte.

Am 01. Jun. 2001

Ausstellung

Ab Freitag ist im Berliner Bahnhof Friedrichstraße eine Fotoausstellung über die Arbeit der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zu sehen. Die 50 "Notaufnahmen" führen die Bahnhofsbesucher nach Bangladesch, Indonesien, Usbekistan, in die Demokratischen Republik Kongo und den Sudan. Die Ausstellung wird bis zum 26. Januar in Berlin gezeigt und danach in Mannheim Hbf (29.1. - 11.2.),Dresden-Neustadt (14. - 27.2), München Hbf (3. - 12.3.), Essen Hbf (15. - 24. 3.) und Frankfurt a.M. Hbf (27.3. - 5. 4.).

In den Bahnhöfen werden großformatige Fotografien aus fünf der insgesamt rund 70 "Einsatzländer" der Organisation ausgestellt: "Die Geschichten, die diese Bilder erzählen, zeugen von Leid und Zuversicht, Not und Hilfe zugleich. Insofern spiegeln sie auf beeindruckende Weise wider, was unsere Mitarbeiter in den Einsatzgebieten jeden Tag erleben", sagte Adrio Bacchetta, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen über die Ausstellung. Ob Malaria in Bangladesch, Vertreibung im Sudan oder das Überleben in Trümmern nach dem Tsunami: die Menschen in diesen Gebieten sind auf medizinische Hilfe angewiesen.

Die Bilder wecken Hoffnung, doch im Hintergrund eines jeden Fotos bleiben die Ursachen der Not präsent. "Diese kann Ärzte ohne Grenzen als Nothilfeorganisation nicht aus dem Weg räumen", so Bacchetta. "Aber wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, darauf aufmerksam zu machen, wenn Menschen brutal vertrieben werden, ihnen medizinische Hilfe verwehrt oder sexuelle Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt wird. Die Ausstellung ist Teil dieses Anliegens."

An der Ausstellung haben die Fotografen Sebastian Bolesch, Alessandro Cosmelli, Tom Craig, Ron Haviv/VII und Ton Koene mitgewirkt.

Am 12. Jan. 2006