Generalstreik gegen Sparpolitik und Schuldendienst

Argentinien

Das öffentliche Leben in Argentinien ist durch einen Generalstreik nahezu lahm gelegt worden. Bis zu 95 Prozent der 13 Millionen Arbeiter befolgten nach Gewerkschaftsangaben den Streikaufruf, der sich gegen den Sparkurs von Präsident Fernando de la Rúa richtet, berichtet die "Tagesschau". Die Regierung von Präsident de la Rua hatte sich zuvor mit den Provinzgouverneuren und der Opposition auf einen Sanierungsplan geeinigt, der unter anderem Lohn- und Pensionskürzungen in Höhe von 13 Prozent vorsieht. Die Regierung möchte bei ihrer Bevölkerung sparen, um die Gläubiger bedienen zu können. Die Schulden des Landes belaufen sich auf 130 Milliarden Dollar.

Busse, Züge und Flugzeuge stellten den Betrieb ein, Regierungsbüros blieben geschlossen und in den Krankenhäusern operierten nur noch Notärzte. Am Mittwoch waren bereits 1,5 Millionen Beamte in den Ausstand getreten. Der sechste Generalstreik seit dem Amtsantritt des Präsidenten 1999 verlief nach Gewerkschaftsangaben weitgehend friedlich.

Argentinien befindet sich seit drei Jahren in einer Rezession, die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent.