Bauindustrie rechnet mit Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich

Erhöhung des Baukindergelds gefordert

In der Bauwirtschaft sind nach Ansicht des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie bis zu 100.000 Arbeitsplätze gefährdet. Hauptgeschäftsführer Michael Knipper sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", er rechne für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich. "Es ist unvorstellbar, aber wir müssen unsere ohnehin negativen Prognosen um 100 Prozent nach unten korrigieren", betonte Knipper in dem am Sonntag vorab verbreiteten Beitrag. Ursprünglich war der Verband den Angaben zufolge von einem Umsatzminus von fünf Prozent ausgegangen.

Knipper unterstrich, wenn die Investitionsstaus im Bereich der Erhaltungsarbeiten und Neubauten von Verkehrswegen und Kanalisation aufgelöst würden, ginge es der Bauwirtschaft besser. "Wenn die öffentlichen Gebietskörperschaften das nicht schaffen, sollten sie endlich privatwirtschaftliche Projekte zulassen", forderte er. Der Bauminister drücke sich jedoch vor den notwendigen Gesetzeserweiterungen.

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) fordert Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, das Baukindergeld zu verdoppeln, damit der Bausektor wieder in Fahrt komme. "Wir haben ein finanziertes Konzept vorgelegt. Hier sollte der Kanzler zupacken", sagte BDF-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas in der Kölner Tageszeitung "Express".

"Der Kanzler kann vielleicht abwarten, 500.000 Arbeitslose am Bau nicht", so Klass. Als es beim Bau-Unternehmen Holzmann um 20.000 Arbeitsplätze gegangen sei, habe sich der Kanzler feiern lassen. Bei 500.000 Arbeitslosen lasse er die Hand "ruhig in der Tasche".