Vierte Telekom-Tarifrunde beginnt Donnerstag

Kundgebung in Bonn macht Druck

Vor der vierten Tarifrunde bei der Deutschen Telekom am Donnerstag und Freitag hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Branchenbeschäftigten zu Protestaktionen und Streiks aufgerufen. Höhepunkt am Montag war eine Kundgebung vor der Konzernzentrale Bonn, an der nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Beschäftigte teilnahmen. Darüber hinaus fanden in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein befristete Aktionen statt. Durch die Streiks kam es nach Gewerkschaftsangaben zu Verzögerungen bei der Einrichtung von Fernsprecheinrichtungen. Ferner gab es Störungen bei den Fernsprech-Auskunftsdiensten.

"Wir machen der Telekom Druck, denn die Beschäftigten brauchen eine spürbare Entgelterhöhung", erklärte ver.di-Verhandlungsführer Rüdiger Schulze. Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite sei eine "Mogelpackung". Die angebotene effektive Entgeltanhebung von jeweils drei Prozent mit einer Laufzeit von 24 Monaten sei unannehmbar. Versuche der Telekom, den Kündigungsschutz aufzubrechen und Arbeitszeitverkürzungen mit Einkommenseinbußen durchzusetzen, seien eine "Unverschämtheit". Die ver.di-Forderung für die rund 120.000 Telekom-Beschäftigten lag bisher bei einem Volumen von 6,5 Prozent. Außerdem wurde die Übernahme der Auszubildenden verlangt.

In Nordrhein-Westfalen waren von dem Ausstand die Niederlassungen in Aachen, Düren, Mönchengladbach, Wuppertal, Siegen und Düsseldorf betroffen. In Bayern starteten die Aktionen in Regensburg, Augsburg und Bayreuth. In Hessen wurden aus Eschborn, Darmstadt, Frankfurt/Main und Offenbach Streiks gemeldet. In Schleswig-Holstein konzentrierten sich die Aktionen auf Kiel und Lübeck.

Die Gewerkschaft kündigte an, dass die Warnstreiks auch in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Zu der für Donnerstag geplanten Kundgebung vor dem Verhandlungsort in Berlin mit dem ver.di-Vorstandsvorsitzenden Frank Bsirske erwartet die Gewerkschaft 5000 Teilnehmer.