Deutsche Teilung kostete 985 Menschenleben

Tödliche Flucht

Während der deutschen Teilung sind von 1946 bis 1989 nach neuesten Erkenntnissen 985 Menschen bei der Flucht ums Leben gekommen. Das geht aus einer am Montag in Berlin vorgestellten Statistik der Arbeitsgemeinschaft 13. August hervor. Danach konnten im vergangenen Jahr 25 bislang unbekannte Todesfälle ermittelt werden. Letztlich rechnet die Organisation mit "annähernd" 1000 Grenztoten.

Laut der neuen Statistik kamen nach dem 13. August 1961 allein an der Berliner Mauer 176 Menschen ums Leben. An der innerdeutschen Grenze starben 437 Personen, und in der Ostsee ertranken 175 Flüchtende. Weiterhin wurden an den Grenzen anderer ehemals sozialistischer Staaten wie Polen, Bulgarien, Tschechien und Ungarn 56 DDR-Bürger erschossen oder nach Unfällen tot aufgefunden. Zudem verzeichnet die Aufstellung unter anderen 21 hingerichtete Fahnenflüchtige der Sowjetarmee und 28 ums Leben gekommene DDR-Grenzsoldaten. Darüber hinaus kamen Menschen auf den Transitstrecken oder beim Fluchtversuch mit selbstgebauten Luftfahrzeugen zu Tode.

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft 13. August, Rainer Hildebrandt, kündigte an, "weiter verstärkt zu recherchieren". Die bisherigen staatlichen Ermittlungsbehörden seien aufgelöst worden, ohne dass alle Arbeitsergebnisse der Öffentlichkeit bekanntgegeben worden seien. Zudem seien einige Archive in Russland noch nicht geöffnet worden.