Weniger Aids-Todesfälle durch neue Therapie

HAART

Die Zahl der Aids-Todesfälle ist durch die Medikamenten-Kombination der Highly Active Antiretroviral Therapy (HAART) zwischen 1997 und 2001 um mehr als 80 Prozent zurückgegangen. Wie die Forscher des britischen Medical Research Council (MRC) bekanntgaben, könnten HAART-Patienten derzeit zehn Jahre oder länger weiterleben. Die Studie wird im Lancet Medical Journal veröffentlicht. Bei der Therapie werden drei oder mehr Medikamente miteinander kombiniert, die mindestens aus zwei unterschiedlichen Anti-Aids-Klassen stammen müssen. Die unterschiedlichen Zyklusphasen des Virus liessen sich somit effektiv bekämpfen.

"Neun von zehn Menschen könnten unabhängig vom Alter, in dem sie sich infiziert haben, eine Lebenserwartung von weiteren zehn Jahren haben. Da wir die Reichweite des Mittels noch nicht abschätzen können, wären sogar 17 bis 20 Jahre möglich - im Moment können wir es einfach noch nicht sagen", so Kholoud Porter vom MRC.

Vor der Behandlung mit der Kombination konnte nur die Hälfte der HIV-infizierten Personen damit rechnen, noch zehn Jahre oder länger zu leben. Die Lebenserwartung sank, wenn die Betroffenen zum Zeitpunkt der Infektion bereits über 40 Jahre alt waren. Nun spiele es keine Rolle mehr, wie alt die Infizierten seien. Ältere Patienten hätten die gleiche Lebenserwartung wie jüngere. Allerdings habe die Studie gezeigt, dass Drogenabhängige, die sich spritzen, viermal häufiger an AIDS sterben würden als Männer, die sich durch Sexualkontakte angesteckt hätten. Die Forscher sehen die Ursache darin, dass Drogenabhängige die mitunter komplizierten AIDS-Medikamente nicht sorgfältig genug anwenden. Abhängige, die sich Drogen intravenös spritzen, bekämen außerdem oft weitere Infektionen wie Hepatitis C.