Zoll bringt Hälfte der Steuereinnahmen

Steuern

Insgesamt steigerte der Zoll in Deutschland im Vorjahr seine Einnahmen leicht um 3,7 Prozent auf 105 Milliarden Euro. Die Summe entsprach damit rund der Hälfte der gesamten Steuereinnahmen des Bundes. Die Haupteinnahmen des Zolls stammten mit 66 Milliarden Euro aus den so genannten besonderen Verbrauchssteuern. Dazu gehören vor allem die Mineralölsteuer, deren Aufkommen um 2,4 Prozent auf 43,2 Milliarden Euro stieg, und die Tabaksteuer. Hier kassierte der Zoll im Vorjahr mit 14,1 Milliarden Euro 2,2 Prozent mehr als 2002.

Die Ermittlungen der Steuerausfälle durch Schwarzarbeit ergaben, dass 82 Prozent mehr Schaden entstanden ist als erwartet. Somit beträgt die Schadenssumme 348 Millionen Euro, wie Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) am Freitag in Bonn sagte. Die Kontrollen der Zölle konzentrierten sich dabei auf schwere Fälle im gewerblichen Bereich, die hohe Schadenssummen verursachten.

Bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität stellte der Zoll durch eine stärkere Zusammenarbeit mit den US Ermittlungsbehörden erneut große Mengen Drogen sicher. So zogen die Fahnder insgesamt 5,6 Tonnen Haschisch aus dem Verkehr - 85 Prozent mehr als 2002 - und 987 Kilo Kokain (plus 21 Prozent). Ferner stellte der Zoll 422 Kilo Heroin (minus 22 Prozent), 1,4 Tonnen Marihuana (minus 74 Prozent) und 1,7 Millionen Ecstasy-Tabletten (minus 10,5 Prozent) sicher.

Der Zoll beschlagnahmte außerdem rund 399 Millionen Stück Schmuggelzigaretten. Das waren 13,6 Prozent weniger als 2002. Als Grund für die rückläufige Zahl führte Eichel an, dass sich die Schmuggelrouten verlagert hätten und Großbritannien wegen der hohen Zigarettenpreise zum Hauptziel der Schmuggler geworden sei.