Tierversuche sind Affenschande für Deutschland

Tag des Versuchstiers

2,1 Millionen Versuchstiere weist die aktuelle Versuchstierstatistik in Deutschland aus - darunter rund 2000 Affen - mit steigender Tendenz. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstiers am 24. April hin. "Diese Situation ist zwei Jahre nach Verabschiedung des Staatsziels Tierschutz völlig inakzeptabel", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Wir erwarten von Bund und Ländern, dass diese endlich Maßnahmen ergreifen, um durchgreifende Änderungen zu bewirken."

Handlungsbedarf macht der Deutsche Tierschutzbund an Beispielen in Bremen, Münster und München deutlich, bei denen Affen im Fokus stehen. In Bremen werden immer noch belastende Hirnversuche an Affen durchgeführt, obwohl inzwischen nach jahrelangem Kampf tierversuchsfreie Alternativen zur Verfügung stehen. Ungeachtet dessen laufen die Tierversuche parallel weiter - mit der Begründung, man brauche Vergleichsdaten.

Der Fall "Covance" in Münster ist durch die Ausstrahlung verdeckt aufgenommener Videobilder im ZDF (Frontal 21) bekannt geworden. Auf diesen Aufnahmen war zu sehen, dass Affen, die u.a. für die Sicherheitsprüfung von Produkten herhalten müssen, unzureichend tierärztlich versorgt, brutal behandelt und verhöhnt wurden.

In München vegetiert eine Pavianzuchtgruppe auf wenigen Quadratmetern im Keller der Universitätsklinik ohne Tageslicht dahin. Die Affenbabys, die dort zur Welt kommen, fristen ihr kurzes Leben teilweise ohne Kontakt zu ihrer Mutter, bevor sie etwa für umstrittene Transplantationsexperimente sterben müssen.

In allen Fällen ist klar, dass - unabhängig von den ohnehin schrecklichen Versuchen - den Tieren erhebliche Leiden erspart werden könnten. Aber in München, Münster und Bremen beruft man sich darauf, dass die gesetzlichen Mindestbestimmungen eingehalten werden. "Wenn die Gesetze zulassen, dass selbst hoch sensible Affen völlig unnötig leiden, ist es höchste Zeit, dass sich hier etwas ändert. Wir fordern auch die Länder auf, umgehend aktiv zu werden. Für die Kellerpaviane in München ist beispielsweise die Landesregierung verantwortlich. Es muss für jeden tierlieben Bürger unbegreiflich sein, wenn die Landesregierung keinen Handlungsbedarf sieht und auf Platzmangel in der Münchner Innenstadt verweist", so Apel abschließend.

Beispiel Affenschande München: Bayerische Tierschützer werden gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, der durch seine Vizepräsidentin Dr. Brigitte Rusche repräsentiert wird, und zusammen mit den Abgeordneten MdEP Dr. Gabriele Stauner und MdL Barbara Rütting am Freitag, 23. April 2004, von 11.00 bis 13.00 Uhr eine Mahnwache vor dem Gebäude der München Universitätsklinik in der Nussbaumstraße / Ecke Ziemssenstraße in München-Mitte durchführen und in Redebeiträgen auf das Schicksal der dort eingesperrten "Kellerpaviane" und ihrer 2000 Leidensgenossen in deutschen Tierversuchslabors hinweisen.

Tierschutz

Tierschützer befürchten bei der Verabschiedung des neuen Legehennenverordnung im Bundesrat "faule Kompromisse". Der Vorsitzende des Vereins "Menschen für Tierrechte", Eisenhart von Loeper, lehnte eine Fristverschiebung der Abschaffung von Käfig-Altanlagen kategorisch ab.

Für bestehende Betriebe sind Übergangsfristen bis 2006 vorgesehen. Der Kompromissvorschlag des Bundesrates sieht vor, das Verbot von Legebatterien erst 2009 einzuführen.

Am 16. Okt. 2001 unter: artenschutz

Fleischverarbeitende Betriebe & Behörden

Gegen mehrere Leiter niedersächsischer Veterinärämter wird wegen des Verdachts ermittelt, die Ausfuhr von Tiermehl aus Risiko-Schlachtabfällen genehmigt zu haben. Betroffen sind die Behördenchefs der Landkreise Oldenburg, Vechta, Diepholz und Meppen, wie die Staatsanwaltschaft Oldenburg am Donnerstag mitteilte.

Die Ermittlungen richteten sich auch gegen Verantwortliche von drei fleischverarbeitenden Betrieben in Beckeln, Diepholz und Belm. Es wurden die Betriebe und Wohnungen der Geschäftsführer durchsucht. Die Polizei stellte Unterlagen sicher.

Am 29. Mär. 2007 unter: nachrichten

Überstimmt

Barcelonas Stadtrat entschied sich gestern gegen Stierkämpfe. Das berichtet die Welttierschutzgesellschaft (WSPA). Bei der Abstimmmung in der katalanischen Hauptstadt hätten 21 Abgeordnete mit "Ja" und 15 mit "Nein" gestimmt, zwei enthielten sich. Die Abgeordneten seien damit einer Forderung des stellvertretenden Bürgermeisters, Jordi Portabella gefolgt. Portabella, der gegen den Stierkampf ist, habe die Gesetzesvorlage vor zwei Wochen in den Stadtrat eingebracht. "Die katalonische Hauptstadt Barcelona muss ihrer Hauptstadtrolle gerecht werden und Vorreiter sein bei der Beendigung des Stierkampfes", erklärte Portabella.

"Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Tierschutz und könnte der Anfang vom Ende der Stierkämpfe in Spanien sein", sagte Martin Riebe, Geschäftsführer der WSPA in Deutschland.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2003 belege, dass 63 Prozent der Einwohner von Barcelona gegen Stierkämpfe in ihrer Stadt seien, wobei über die Hälfte der Meinung vertreten würden, dass Barcelona sich zur Anti-Stierkampf-Stadt erklären soll. 76 Prozent betrachteten Stierkämpfe als grausam und unkultiviert. 59 Prozent der Einwohner hätten niemals eine Stierkampf besucht und nur 7 Prozent sähen Stierkämpfe als positiv für das Ansehen der Stadt.

Am 07. Apr. 2004 unter: politik