Aldi verkauft Gartenmöbel aus Tropenholz

Proteste

Vor einer Aldi-Filiale beim Anhalter Bahnhof in Berlin sind heute Robin Wood-Aktivisten aufgezogen. Sie protestieren gegen Gartenmöbel aus Tropenholz, die Aldi Nord seit heute früh in den Filialen anbietet. Vor dem Eingang haben die UmweltschützerInnen ein sechs Meter langes Transparent entrollt. Darauf steht in Anspielung auf die Eigenwerbung von Aldi: "Das Aldi-Prinzip: Profit ganz oben. Regenwald platt!" Robin Wood fordert, dass Aldi aus dem Geschäft mit Tropenholz aussteigt, sofern das Holz nicht nachweislich aus ökologisch und sozial akzeptabler Waldwirtschaft stammt und entsprechend zertifiziert ist.

Die Aldi-Gartenmöbel - Klappstühle, Gartenbänke und Tische - sind laut Prospekt aus Meranti-Holz und werden vom Discounter mit dem Öko-Versprechen "aus staatlich kontrollierter Forstwirtschaft" angepriesen. Meranti stammt aus den Naturwäldern Südostasiens, in denen eine zerstörerische Forstwirtschaft vorherrscht. Gegenüber Robin Wood weigerte der Konzern sich tagelang, über die Herkunft des Holzes zu informieren. Gegenüber Kunden gaben Aldi-Mitarbeiter lediglich die telefonische Auskunft, das Holz stamme aus Indonesien.

"Aldi soll sofort die Herkunft seiner Holzmöbel bekannt geben und nachweisen, dass die Möbel aus ökologisch unbedenklichen Quellen stammen", fordert Robin Wood-Tropenwaldreferent Peter Gerhardt. Skepsis ist berechtigt. Denn in Branchenkreisen ist bekannt, dass in Indonesien staatliche Pseudo-Zertifikate existieren, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. So bekamen Robin Wood-Aktivisten, die sich bei Recherchen auf Java als Gartenmöbeleinkäufer ausgaben, Blanko-Zertifikate angeboten.

Sollte Aldi keinen glaubwürdigen Nachweis erbringen können, fordern die UmweltschützerInnen den Discounter auf, den vorhandenen Warenbestand zugunsten einer südostasiatischen Umweltorganisation abzuverkaufen und sicherzustellen, dass sich dieser Fehler nicht wiederholt.

Robin Wood empfiehlt Möbel aus zertifizierten heimischen Hölzern wie Buche und Lärche. Gartenmöbel aus Tropenholz sind allenfalls zweite Wahl und nur mit dem FSC-Siegel akzeptabel. Der Forest Stewardship Council (FSC)zertifiziert weltweit Produkte, die aus ökologisch und sozial akzeptabler Waldwirtschaft stammen und ist derzeit das einzig glaubwürdige Siegel. Bei zertifizierten Möbeln muss das FSC-Logo - ein stilisierter Baum mit den Buchstaben FSC - direkt am Produkt angebracht sein.