Forderung nach neuen Atomkraftwerken ist verantwortungslos

Ausstieg statt Neubau

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisieren den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch für seine Aufforderung an die Stromwirtschaft, neue Atomkraftwerke zu beantragen. Dies sei verantwortungslos und gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage des stern sprechen sich 79 Prozent der Befragten gegen den Bau neuer Atomkraftwerke aus. BBU und BUND kritisieren, dass sich Ministerpräsident Koch einseitig von der Atomlobby täuschen lasse und wichtige Fakten schlichtweg ignoriere.

Jederzeit bestehe die Möglichkeit eines atomaren Supergaus in einem der 18 deutschen Atomkraftwerke, erinnert wird an die atomare Katastrophe in Tschernobyl.

Es bestehe eine massive Sicherheitsgefährdung aller (davor nicht zu schützenden) Atomkraftwerke durch denkbare Terroranschläge. Es sei kein sicheres Endlager für jahrzehntausende lang strahlenden hochradioaktiven Müll in Sicht. Es gab und gibt serienweise Störfälle- und Betriebsvorfälle in deutschen Atomkraftwerken, besonders auch im hessischen RWE-AKW Biblis A und B.

BBU und BUND fragen, wie es Ministerpräsident Roland Koch aufgrund dieser Fakten verantworten kann, mit der Forderung nach neuen Atomkraftwerken zusätzliche Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung zu schaffen und nachfolgenden Generationen immer mehr Atommüll zu hinterlassen. Eduard Bernhard, energiepolitischer Sprecher des BBU, und Michael Rothkegel, Geschäftsführer des BUND Hessen, appellieren an Ministerpräsident Koch: "Akzeptieren Sie endlich den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und unterstützen Sie den verstärkten Einstieg zu mehr Energieeinsparung, zum Ausbau der alternativen Energien, wie Wind, Solar, Wasser und Biomasse, der Tausende neue Arbeitsplätze schafft."