Naturfreundehäuser gewinnen Förderpreis für Ernährungskultur

Naturnaher Tourismus

Unter dem Leitgedanken Kultur und Ernährung als Einheit verleiht die Universität Kassel am 21. Oktober 2004 zum zweiten Mal den Förderpreis Ernährungskultur. Diesjähriger Preisträger ist das abgeschlossene Modellprojekt "Anbeißen - Leckeres aus der Region" der NaturFreunde Deutschlands. Das knapp zwei Jahre laufende, vom Bundesverbraucherministerium geförderte Modellprojekt setzte sich mit der regionaltypischen Verpflegung im naturnahen Tourismus auseinander: Genuss für die Gäste und neue Absatzwege für Produzenten durch regionale Vielfalt auf der Speisekarte.

In einer ersten kurzen Begründung zur Entscheidung der Jury heißt es unter anderem, dass der ehrliche Umgang mit Informationen und Kritik das Projekt sehr praktikabel und sofort einsatzfähig für andere Einrichtungen und Betriebe mache. Interessierte können den "Leitfaden Regionaltypische Verpflegung im naturnahen Tourismus" gegen eine Versandgebühr von fünf Euro bei den NaturFreunden Deutschlands bestellen.

Den Naturfreundehaus-Betreiberinnen ist Alltags-Ökologie eine Selbstverständlichkeit und sie haben selbst viel über Landwirtschaft und bäuerliches Leben gelernt. Wie viel Arbeit in einem Stück Käse steckt, mit wie viel Sorgfalt Kräuter für Tees gesammelt werden oder wie aufwendig die Herstellung von Butter ist, machte den Projektbeteiligten und oft auch ihren Gästen den Zusammenhang von Landwirtschaft und Ernährung deutlich.

Damit tragen die NaturFreunde dem Nachhaltigkeitsgedanken auf den Gebieten Ernährung und Tourismus Rechnung und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt von Kulturlandschaften. Und schließlich nehmen gut informierte und begeisterte Gäste, die "angebissen" haben, ihren Eindruck und die Idee wieder zurück in ihre Heimatorte und vielleicht in ihren nächsten Urlaub.

Initiiert wurde der Förderpreis Ernährungskultur vom Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur im Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel unter der Leitung von Prof. Dr. Angelika Meier-Ploeger. Gestiftet wird der Preis von der Johannes Fehr GmbH & Co KG - einem Unternehmen, das regionale Nährstoffkreisläufe etwa durch Bioabfallkompostierung unterstützt.

Inzwischen hat sich die Modellwirkung des Projektes vielfältig in die Praxis übertragen: Mit Familienseminaren zum Thema Ernährung, Rezeptsammlungen, der Einführung von Lieferservices in Selbstversorgerhäusern und einem gemeinsamen Folgeprojekt der NaturFreunde Landesverbände Baden und Württemberg zur Einführung dieses Versorgungsprinzips bieten viele Naturfreundehäuser ihren Gästen Leckeres und Wissenswertes ihrer jeweiligen Region.