Arbeitgeberpräsident Hundt fordert Abspecken der Unfallversicherung

Unternehmen weiter entlasten

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt fordert eine grundsätzliche Reform der Unfallversicherung. Künftig sollte eine klare Abgrenzung zwischen betriebsspezifischen und allgemeinen Lebensrisiken gezogen werden, sagte Hundt der Chemnitzer Zeitung "Freie Presse" laut einem Vorabbericht. Die Unternehmen dürften nur noch für Unfälle herangezogen werden, auf die sie auch tatsächlich Einfluss hätten. Insbesondere Wegeunfälle, auf die rund 15 Prozent der Ausgaben entfielen, "müssen aus dem Leistungskatalog gestrichen werden". Wie die Beschäftigten ihren Weg zur Arbeitsstätte zurücklegten, sei nicht Sache der Unternehmen. Der Arbeitgeber als alleiniger Beitragszahler könne dafür nicht in Haftung genommen werden.

Kritik übte Hundt auch an einer "bestehenden Überversorgung durch Doppelbezüge von Arbeitsentgelt und Unfallrente" sowie von Unfall- und Altersrente. Vor allem sollte die Unfallrente nur noch bis zum Zeitpunkt des Eintritts in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt werden. Mit derartigen Korrekturen ließe sich eine Beitragsentlastung von rund 25 Prozent erreichen.