Angemeldete Gen-Mais-Flächen zur Hälfte zurückgezogen

Gentechnik

Nach Informationen des Umweltinstituts München wird gentechnisch veränderter Mais nur auf der Hälfte der vorgesehenen Anbaufläche tatsächlich angebaut. 2005 seien bislang von knapp 1100 Hektar Genmais, die in Deutschland zur Aussaat angemeldet worden seien, 480 Hektar zurückgezogen worden. Dies sei größtenteils durch öffentlichen Widerstand erreicht worden. Auch die Hälfte der Standorte sei nach öffentlichem Druck wieder abgemeldet worden.

Allein in Bayern seien von den ursprünglich geplanten 60 Hektar Genmais aktuell nur noch 17 Hektar bestellt worden, die Hälfte davon auf Versuchsgütern in Bayern. Von den mehr als 40 geplanten bayerischen Standorten für Genmais seien nur noch 15 übriggeblieben.

Auf allen Flächen sollte der umstrittene Mon 810-Mais des US-Konzerns Monsanto angebaut werden, teilt das Umweltinstitut München mit. Mon 810 sei ein so genannter Bt-Mais, dem ein Gift-Gen aus dem Bodenbakterium "Bacillus thuringiensis" eingebaut worden sei. Dieses Gift solle die Maispflanze vor dem Maiszünsler schützen - einem Schadinsekt, das in Mais-Monokulturen auftrete.

Der Genmais habe negative Auswirkungen auf das Ökosystem, vor allem auf Nutzinsekten wie Schmetterlinge, teilten die Umweltschützer mit. Mon 810 sei das einzige Bt-Konstrukt, das in der EU angebaut werde.

"Das erste Anbaujahr in Deutschland ist eine Absage an die manipulierten Pflanzen der Gentechnik-Konzerne und ein Erfolg für die gentechnikfreie Landwirtschaft", sagte Andreas Bauer, Gentechnik-Experte beim Umweltinstitut München. Bauern, Verpächter und Verbraucher hätten den "wenigen Genmaispropagandisten unmissverständlich klargemacht", dass genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel in Deutschland nicht erwünscht seien. Das Umweltinstitut fordert ein totales Verbot von Mon 810, wie es in Österreich, Ungarn und Polen schon gelte.