Blindenverband fordert mehr Geld für Hörbüchereien

Problem Kürzung des Blindengeldes

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband fordert eine bessere finanzielle Ausstattung seiner Hörbüchereien. Nur so könne ein ausreichendes Angebot zur Verfügung gestellt werden, sagte Präsident Jürgen Lubnau der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Der Staat biete sehenden Bürgern in Bibliotheken eine große Auswahl an Titeln und habe daher auch Blinden gegenüber eine Verpflichtung.

Lubnau zufolge konnten in den vergangenen 50 Jahren nur rund 50.000 Bücher als Hörbücher für Blindenhörbüchereien vertont werden. Die gleiche Zahl an Titeln komme jedoch allein in einem Jahr auf den Markt. "Blinde haben nur einen kleinen Ausschnitt davon", sagte er. Er wünsche sich etwa zehn Prozent der Neuerscheinungen auch als Blindenhörbücher. Dies sei jedoch leider "eine Utopie".

Der Verbandspräsident kritisierte, durch die Kürzung des Blindengeldes in vielen Bundesländern seien die Betroffenen noch weniger in der Lage, für die Hörbüchereien zu spenden. Diese finanzierten sich indes nicht nur durch staatliche Zuschüsse und die Blindenverbände, sondern auch durch private Gelder der Nutzer.

Deutschlandweit gibt es rund zehn Blindenhörbüchereien. Diese versorgen Blinde per Fernleihe kostenlos mit vertonten Büchern. Im Gegensatz zu kommerziellen Hörbüchern werden diese in voller Länge aufgenommen. Als Sprecher sind zum Beispiel Rundfunksprecher, Schauspieler und Ehrenamtliche tätig.