Studentenwerke plädieren für "Erfolgsmodell BAFöG"

Studienchancen

Der Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens, warnte am Donnerstag vor dem Hintergrund der Diskussion um rein kreditfinanzierte Modelle der Studienfinanzierung davor, das BAföG zur Disposition zu stellen, weil dadurch die Zahl der Studierenden aus einkommensschwachen Familien erheblich sinken würde.

Nach den vom Statistischen Bundesamt soeben veröffentlichten Zahlen erhielten rund ein Viertel der Studierenden (497.000) im Jahr 2004 eine BAföG-Förderung. Ein durchschnittlicher BAföG-Empfänger bekam monatlich 371 Euro. Insgesamt gaben Bund und Länder dafür 1,51 Milliarden Euro aus. Gegenüber der Talfahrt in den 1990er Jahren konnte damit der Kreis der Geförderten erheblich vergrößert werden. Die Zahl der im Jahresdurchschnitt BAföG-Geförderten ist seit 2000 um fast 50 Prozent gestiegen. "Dies ist eine erfolgreiche Bilanz der BAföG-Reform im Jahr 2001", meint Rinkens. Er erinnerte daran, dass zu der parteiübergreifend beschlossenen Gesetzesnovelle die Begrenzung der Schulden aus dem Darlehensanteil auf maximal 10.000 Euro zählte. Diese Regelung habe die Studienentscheidung erleichtert.

Nach der 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hätten 69 Prozent der BAföG-Empfänger angegeben, dass sie ohne BAföG nicht studieren könnten. "Es ist sowohl ein Gebot der Chancengleichheit als auch ein Erfordernis der gegenwärtigen demografischen und ökonomischen Herausforderungen, soziale Zugangsschwellen zur höheren Bildung abzubauen und auf diesem Wege Bildungspotenziale zu erschließen. Zur Realisierung dieser Ziele hat das BAföG eine Schlüsselfunktion", so Rinkens.

Abschießend mahnte er an, das BAföG den aktuellen Einkommens- und Kaufkraftverhältnissen anzupassen. So sollten die Elternfreibeträge gesenkt werden, um Studieninteressierte aus dem unteren Mittelstand besser zu fördern.