Überschwemmmung im Allgäu

Katastrophenalarm

Angesichts neuerlicher starker Regenfälle haben die Behörden in Bayern am Dienstag Hochwasseralarm ausgerufen. Betroffen sind Gemeinden im Ostallgäu und Oberallgäu sowie die Gemeinden Kempten, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz, Schongau, Weilheim und Kaufbeuren. Einige Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält den Klimawandel durch CO²-Emissionen für eine Hauptursache des Hochwassers und fordert, die Industrie als Verursacher zur Kasse zu bitten.

Nach Angaben von Greenpeace sei die so genannte 5b-Wetterlage Ursache für die starken Regenfälle im Alpenraum: Die Wolken über dem warm-feuchten Mittelmeerraum saugten sich mit Wasser voll, zögen gegen den Uhrzeigersinn über Österreich, Ungarn und Polen und verursachten über Land Starkniederschläge. Es sei eindeutig dem Klimawandel zuzuschreiben, dass diese 5b-Wetterlagen in den letzten Jahren an Brisanz zugenommen hätten. Auch die Jahrhundertflut an der Elbe im August 2002 sei Folge einer solchen Wettersituation gewesen. Damals waren Österreich, die Schweiz und Deutschland von sintflutartigen Regenfällen betroffen.

"Jetzt gilt es zu allererst, den Menschen vor Ort zu helfen", mein Karsten Smid von Greenpeace. Gleichzeitig müssten aber die Verursacher benannt werden, gerade auch angesichts der absehbaren Schäden in vielfacher Millionenhöhe. Es sei - so Schmid - nicht einzusehen, dass der Staat die Kosten von Überschwemmungen nur aus Steuergeldern bezahlen müsse. Vielmehr müsse die Industrie als Verursacher des Klimawandels in die Pflicht genommen werden.