Staatsanwalt ermittelt wegen Mord an Einstein-Verwandten

Panzer-Grenadier-Bataillon

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat über 60 Jahre nach der Ermordung von drei Angehörigen des Nobelpreisträgers Albert Einstein Ermittlungen gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher aufgenommen. Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg hat nach eigenen Angaben zahlreiche Hinweise auf die mutmaßlichen Täter zusammengetragen, die damals einem deutschen Panzer-Grenadier-Bataillon angehörten. Der ehemalige Kommandeur soll im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Frankenthal leben, wo die Akten am Mittwoch eingegangen sind, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig mitteilte.

Den Angaben zufolge wurden die Verbrechen im August 1944 in einer Villa in der Nähe von Florenz verübt, wo der Cousin von Albert Einstein gemeinsam mit seiner Frau und seinen 18 und 27 Jahre alten Töchtern lebte.

Albert Einstein: Wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg

Albert Einstein war ein entschiedener Kriegsgegner. Anhängern der Armee traute der Nobelpreisträger nicht viel Intelligenz zu: "Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Hirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark völlig genügen würde", so Einstein. "Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord."