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Köhler soll Brasilien erneuerbare Energien statt Atomenergie anbieten

"Deutsch-brasilianischer Energievertrag"

Anlässlich der bevorstehenden Reise von Bundespräsident Köhler nach Brasilien fordern Umwelt- und Entwicklungsorganisationen einen neuen deutsch-brasilianischen Energievertrag. In einem Brief fordern 13 Organisationen den Bundespräsidenten auf, sich bei seiner Reise für eine Zusammenarbeit im Bereich erneuerbarer Energien einzusetzen. Ende 2004 haben Deutschland und Brasilien diplomatische Noten ausgetauscht, um den deutsch-brasilianischen Nuklearvertrag durch ein neues Abkommen zu ersetzen. Schwerpunkt der neuen Kooperation sollte die Nutzung Erneuerbarer Energien sein. "In beiden Ländern gibt es jedoch Kräfte, die auch in einem neuen Vertrag die Förderung von Atomkraft fortgeschrieben sehen wollen", kritisiert Regine Richter von der Umweltorganisation Urgewald. "So wollen sie sicherstellen, dass das Atomkraftwerk Angra-3 mit deutscher Hilfe gebaut werden kann."

Gerade die deutsche Bundesregierung, die für das eigene Land beschlossen habe, die Atomenergienutzung auslaufen zu lassen, müsse sich auch international verpflichtet fühlen, Energiepartnerschaften atomfrei auszugestalten, fordert Richter.

In der brasilianischen Bevölkerung sei die Atomkraft sehr umstritten, da die bisherigen Erfahrungen mit Atomkraftwerken durchweg negativ seien: Das von Siemens errichtete Atomkraftwerk Angra-2 zeichnee sich vor allem durch seine überlange Bauzeit von 25 Jahren, durch fehlende Notfallpläne und durch seine enormen Baukosten in Höhe von mindestens 7 Milliarden US-Dollar aus. Trotzdem habe Brasilien angekündigt, Mitte 2007 mit dem Bau des Zwillingsmeilers Angra-3 beginnen zu wollen.

Dabei sei das Potenzial für Erneuerbare Energien in Brasilien enorm, insbesondere für Windenergie, aber auch für Biomasse und Sonnenenergie, meinen die Umweltschützer. "Statt weiter auf veraltete und gefährliche Technologien zu setzen, sollte sich die Bundesregierung konsequent für den Ausbau der Erneuerbaren Energien einsetzen und die Energiekooperation mit Brasilien auf eine zukunftsweisende Grundlage stellen", fordert Richter.