Mehrere tausend Menschen demonstrieren gegen Atommüll-Endlager Konrad

OB Klingebiel Schirmherr der Proteste

Mehrere tausend Menschen haben am 13. Oktober in Salzgitter gegen das geplante Atommüll-Endlager Schacht Konrad demonstriert. In den Schacht Konrad soll schwach- und mittelradioaktiver Atommüll eingelagert werden. Bereits am Vormittag hatten sich an der Zufahrt zur Schachtanlage die ersten Traktoren, Autos und Radfahrer postiert. Gemeinsam mit dem Treckerkonvoi zogen die Demonstranten am Mittag am Bundesamt für Strahlenschutz vorbei zum Rathausplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Zu der Demonstration hatte das Bündnis Salzgitter gegen Konrad aufgerufen. Der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU), war Schirmherr der Protestveranstaltung.

Begleitet wurde die Demonstrationsveranstaltung von Konzerten mehrerer Musikbands aus der Region, die ohne Gage spielten. Der Moderator der Veranstaltung, Björn Harmening, verwies auf den generationenübergreifenden Charakter des Protestes. 80-Jährige seien bei der Veranstaltung ebenso dabei gewesen wie ganz junge Schüler, die erst durch die jüngste Entwicklung mit dem Thema konfrontiert worden seien.

Ursula Schönberger von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad sagte, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) müsse nach diesem Protest klar geworden sein, "dass er sich warm anziehen muss und dass die Auseinandersetzung um Konrad längst noch nicht entschieden ist".

Anlass für die Demonstration war die Ankündigung, mit dem Umbau von Schacht Konrad zu beginnen. Das Bündnis Salzgitter gegen Konrad fordert dagegen eine flächendeckende gesellschaftliche Diskussion über das nationale Konzept der Endlagerung. Es will zugleich ein Standortsuchverfahren, das alle potenziellen Standorte in Deutschland ergebnisoffen einbezieht. Durch die Einleitung des Umbaus gebe es jedoch bereits eine Vorfestlegung auf Konrad, hieß es.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte Anfang April die letzten juristischen Hürden für eine Endlagernutzung aus dem Weg geräumt. Damit darf eine Menge von 303.000 Kubikmetern schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in der ehemaligen Eisenerzgrube eingelagert werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz begann bereits mit den Vorbereitungen für die ab 2013 geplante Einlagerung.