ShirayasDream veröffentlicht das dritte Album „Venus Calls“

Venus Calls

Elektronische Musik von ShirayasDream - Venus Calls Kaum zweieinhalb Jahre nach Gründung des Projekts veröffentlichte das Berliner Duo ShirayasDream Ende November 2010 ihr drittes Album „Venus Calls“. Bereits die Vorgänger-Alben „Magic Carpet Nights“ und „Floating in Space“ bereiteten den Hörern und Hörerinnen ungeahnte auditive Genüsse. Meditationsmusik kann den Fantasiereisen in orientalische Märchenwelten unproblematisch und ersatzlos weichen, auch Gothik und Indie-Pop-Begeisterte kommen durch außerirdisch anmutende Klänge voll auf ihre Kosten. Mit der Sängerin Anna Aliena des Duos ShirayasDream, sprach Petra Klages

Kein Musik-Fast-Food

Das neue Album „Venus Calls“ ist ungewöhnlich; Traurigkeit und Zorn sind hör- und fühlbar. Die Sängerin Anna Aliena ließ mit ihrer ausdrucksstarken und berührenden Mezzosopranstimme verstärkt zwischenmenschliche Enttäuschungen in die Texte des neuen Albums einfließen. Ein Album das im Hier und Jetzt existiert, fern jeder Fiktion und doch verklärt eingehüllt in Gänsehaut erzeugende Klangwelten.

Anspruchsvolle und vielseitige Popmusik

Das Leben ist häufig von Höhen und Tiefen geprägt. Betrug, Trennung und falsche Hoffnungen in Liebesdingen spiegeln sich auditiv in den Liedern „On the Other Star“, „False Astronomy“ und „Lights Go Out“ wider. Die Sängerin mit unüberhörbar klassischer Gesangsausbildung, beeindruckt auch mit anderen musikalischen Darbietungen, die über Dancefloor bis zu Synthie-Opernarien reichen. Ungewöhnlich und berührend ist eigentlich fast alles von ShirayasDream, die Flexibilität der Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch) rundet das musikalische Universum ab.

Anna, wann hast Du Deine Gesangsausbildung zur Mezzosopranistin gemacht und seit wann singst Du?

Anna Aliena: Ich habe schon als Kind gerne gesungen. So richtig „infiziert“ vom Gesangsvirus wurde ich aber erst als Teenager. Da war ich Mitglied im Schul- und in einem Jugendchor. In der Schule habe ich auch die ersten Eigenkompositionen vor Publikum präsentiert. Meine gesangliche Ausbildung hört mit Sicherheit nie auf. Ich bin sehr selbstkritisch und möchte mich immer weiter verbessern.

Für jeden wird es sofort deutlich, dass Du ein Opern - Fan bist, welches sind Deine Lieblingsopern?

Anna Aliena: Meine absolute Lieblingsoper ist „Carmen“ von Georges Bizet – die Musik sprüht nur so vor Leidenschaft und die Partie der Carmen passt richtig gut zu meiner Mezzosopran-Stimme. Gleiches kann ich über „Samson et Dalila“ von Camille de Saint-Saens behaupten. Außerdem schätze ich die Werke von Puccini und Tschaikowsky sehr.

Das sind die Klassiker schlechthin! Seit wann arbeitest Du mit Oliver?

Anna Aliena: Oliver und ich haben uns im Juli 2008 auf MySpace kennengelernt. Am 1. August 2008 haben wir den allerersten ShirayasDream-Song aufgenommen.

Ihr habt in sehr kurzer Zeit unheimlich viel geschafft, ist schon ein neues Projekt in Planung?

Anna Aliena: Wir haben innerhalb von zwei Jahren und vier Monaten drei Alben und eine Klassik - EP auf den Markt gebracht. Was weitere Songproduktionen betrifft, wollen wir erst einmal eine Pause einlegen und das vorhandene Material promoten. Erst wenn das gelungen ist, sollte man sich neuen Alben widmen. Ansonsten erscheint im Januar das zweite Album meines Nebenprojekts Verney 1826. Außerdem spiele ich mit dem Gedanken, mal ein Soloprojekt zu starten. Das werden dann zur Abwechslung sanftere Balladen und Lovesongs werden. In „Venus Calls“ ist aus persönlichen Gründen ziemlich viel Wut und Enttäuschung geflossen…

Trennungen und Dominas

Kannst Du uns etwas mehr über die Texte auf „Venus Calls“ erzählen?

Anna Aliena: Das ganze Album strotzt nur so vor Wut und Enttäuschung! Für ShirayasDream ist das neu, denn zu Anfang meiner Zusammenarbeit mit Oliver habe ich in meinen Texten reichlich Fantasiegeschichten erzählt. Es ging in bisherigen Songs um Reisen nach 1001 Nacht und in den Weltraum, und plötzlich wird man auf "Venus Calls" wieder von der nackten und brutalen Realität eingeholt. Ein Grund dafür war mein Privatleben, das ich in der Musik verarbeiten musste: 2009 habe ich mich unter sehr unschönen Bedingungen von meinem langjährigen Freund getrennt. Beziehungen sind daher ein großes Thema auf dem Album - nicht unbedingt die glücklichen Facetten. Es geht um Betrug, um Hass auf die anderen Figuren in diesem "Spiel" und abgesehen davon findet sich auch Kritik an der TV-Trashkultur, Starverehrung bis in den Tod ("Funeral") und eine fiktive Geschichte über eine Domina. Weil das alles etwas krass war, endet "Venus Calls" mit dem Song "Morning Sun", in dem sich die Seelenqualen wieder im Licht der Liebe auflösen. So ist das ja auch manchmal im Leben, ich bin heute wieder sehr glücklich!

Das freut mich! Was hat Dich zum Songtext mit der Domina inspiriert?

Anna Aliena: Ich habe mal eine Geschichte über eine Domina geschrieben, die gleichzeitig Sängerin ist. Der Song ist stilistisch so gestrickt, wie ich ihn in der Kurzgeschichte beschrieben hatte. Das musste ich einfach mal umsetzen!

Hast Du ein Lieblingslied auf „Venus Calls“?

Anna Aliena: Mein persönliches Lieblingslied auf dem Album ist "Lights Go Out“ ist mein Lieblingslied, weil es das Lebensgefühl hier in Berlin sehr gut widerspiegelt und ich außerdem die Balladen auf "Venus Calls" favorisiere. Sehr schön finde ich auch Oliver Streicher-Arrangements in dem Song.

Danke für das Gespräch Anna und weiter viel Glück – auch bei Deinem Verney 1826 – Projekt! Das musikalische Duo ShirayasDream ist unbedingt hörenswert und musikalisch einzigartig!