Prüfungsangst was tun - Kinesiologie als Lösung?

Zusammenhang von Seele, Physiologie und Muskelfunktionen (2)

Prüfungsangst mit Kinesiologie behandeln Prüfungsangst - mit diesem Begriff kann eigentlich jeder etwas verbinden. Schulabschluss, Uniabschluss, Abschlussprüfung einer Ausbildung und nicht zuletzt die Führerscheinprüfung, der sich die meisten Menschen einmal unterzogen haben. Was verbinden wir damit? Manchen mag es nicht sehr berührt haben, d.h. er ließ die Prüfungssituation cool an sich vorbei laufen, viele andere erinnern sich an Nervosität und Aufregung, an durchwachte Nächte vor der Prüfung, an von Angstschweiß getränkte Kleidungsstücke, an Panikattacken und Verzweiflung. Oft lautet der Entschluss nach überstandener Prüfung „Lieber fehlt mir ein weiter Abschluss, aber so etwas will ich nie mehr erleben!“

So erging es auch Jonathan Gruber, heute 25 Jahre alt. Bereits in der Kollegstufe des Gymnasiums bereiteten ihm die wirklich wichtigen Klausuren, die entscheidende Punkte für den Abiturschnitt liefern sollten erhebliche Sorgen. Bei den normalen Schulaufgaben in der Schule hatte er sich selbst nicht so engagiert, das heißt auch die Aufregung hielt sich in Grenzen.

Klausur als Szenario der Verzweiflung

Erst als ihm jeder einreden wollte, dass die Klausurergebnisse nun wirklich wichtig waren, spielte sein Nervenkostüm nicht mehr mit. Schon die Führerscheinprüfung, die zwei Jahre vorher dran war trieb ihn in große Verzweiflung. Auf der Suche nach Möglichkeiten, die ihm bei seiner Prüfungsangst helfen könnten, erinnerte sich Jonathan Gruber an die Kinesiologie.

Ch. Gottschalk-Steinbauer: Herr Gruber, 5 Jahre liegen Ihre Abiturprüfungen nun schon zurück, haben Sie sich inzwischen erholt und was machen Sie heute?

Jonathan Gruber: Ja, inzwischen habe ich mich erholt und studiere Betriebswirtschaft, aber nach dem Abitur wollte ich erst gar nicht studieren, ich wollte nichts machen, das mit einer Abschlussprüfung endet. Dieses Trauma hätte mich beinah mein ganzes Berufsleben gekostet.

GS: Wie hat sich diese Prüfungsangst damals bei Ihnen ausgewirkt?

JG: Ich hatte ständig das Gefühl unter Strom zu stehen und war sehr gereizt. Das Lernen auf die Prüfungen hat fast nicht funktioniert. Ich saß vor den Unterlagen konnte mir aber einfach nichts merken, was mich natürlich immer noch nervöser machte. Wenn einer in meiner Nähe das Wort „Abitur“ oder „Prüfungen“ erwähnte, bekam ich sofort Herzrasen, einen Schweißausbruch und die Knie fingen an zu zittern. Nachts war es aber am schlimmsten, wenn draußen alles ruhig war überfielen mich Panikattacken, die ich mit dem Verstand einfach nicht in den Griff bekam. Damals dachte ich durchaus mehr als einmal darüber nach kurz vor dem Abi alles hinzuschmeißen.

GS: Was hat Sie aufgehalten und was haben Sie unternommen, um die Prüfungsangst abzubauen?

JG: Meine Eltern haben mich sehr unterstützt und mir immer wieder versichert, dass ich mir wegen des Abischnitts keine Sorgen machen solle, die Hauptsache ich würde die letzten paar Tage jetzt noch durchhalten. Damals hatte ich mich erinnert, dass mir als kleiner Junge die Kinesiologie schon mal sehr geholfen hat, also habe ich hier wieder Rat gesucht.

GS: Wie kamen Sie als kleiner Junge zur Kinesiologie und wie alt waren Sie damals?

JG: Ich war ungefähr 9 Jahre, so 3. und 4.Klasse. Damals hatte ich bis zu 3 mal in der Woche Migräneanfälle. Erst stundenlange höllische Kopfschmerzen und dann Erbrechen bis ich schließlich erschöpft einschlief. Meine Mutter hatte damals bei verschiedenen Stellen Rat gesucht und sie in der Kinesiologie gefunden. Es brauchte einige Behandlungen, aber nach wenigen Wochen war ich wirklich frei von Beschwerden. Heute habe ich vielleicht alle ein bis zwei Jahre nochmal so starke Kopfschmerzen.

GS: Die Erinnerung an die damalige erfolgreiche kinesiologische Unterstützung hat Sie also motiviert vor den Abiturprüfungen sich nochmals an einen Kinesiologen zu wenden?

JG: Ja es erschien mir wie mein letzter Strohhalm.

GS: Wie hat sich Ihre Prüfungsangst dann mit der kinesiologischen Behandlung entwickelt?

JG: Das Problem war, dass ich mich erst ziemlich kurzfristig drum gekümmert habe, erst wenige Tage vor dem Beginn der Prüfungen, davor dachte ich, ich muss es doch irgendwie alleine schaffen können mit dieser Angst zurecht zu kommen. Im Verlauf der Prüfungszeit hatte ich dann mehrere Sitzungen und konnte dadurch auf jeden Fall eine große Erleichterung erfahren.

GS: Was hat sich durch die kinesiologische Behandlung bei Ihnen verändert?

JG: Ich konnte mich während des Tages wieder besser aufs Lernen konzentrieren und die Panikattacken haben deutlich nachgelassen. Auch nachts konnte ich wieder besser schlafen. Dadurch, dass ich erst so kurz vor den Prüfungen angefangen habe mich behandeln zu lassen, war ich nicht völlig frei von der Angst. Auch nachts kam schon ab und zu noch ein paar Mal die Panik, aber trotzdem war es überhaupt kein Vergleich mit vorher. Ich dachte ja vorher ich würde diese Zeit nicht überleben.

GS: Haben Sie nach den Abiturprüfungen an der Reduzierung Ihrer Prüfungsangst weiter gearbeitet?

JG: Erst wollte ich nicht, ich wollte nie mehr mit Prüfungen was zu tun haben, also dachte ich ich bräuchte dann ja auch nicht an meiner Angst arbeiten, aber dann stieß ich durch Zufall auf ein Studienfach, das mich schon sehr interessierte. Da war ich sehr hin und her gerissen. Einerseits mein Schwur nie mehr Prüfungen zu haben, andererseits der Wunsch vielleicht doch ein Studium absolvieren zu können. Also begab ich mich in weitere kinesiologische Behandlungen, die nun wirklich sehr auf meine Angst gewirkt haben. Wenn wir jetzt im Studium Prüfungen haben spüre ich noch eine Aufregung, aber ich schlafe nachts ohne Probleme und kann davor auch ganz normal lernen. Das war wirklich meine Rettung und hat mein ganzes Leben verändert.

GS: Vielen Dank Herr Gruber für Ihre eindrucksvollen Schilderungen.

Kein „Brett vor dem Kopf"

Prüfungsangst bei Kindern und Erwachsenen, die manchmal bis hin zu Panikattacken führen können, ist eine der häufigsten Ursachen warum in Tests und Prüfungen schlechter abgeschnitten wird als erwartet. Der Mensch reagiert in Angstsituationen automatisch mit dem Kampf und Fluchtreflex. Dies bedeutet, das die menschlichen Funktionen hauptsächlich vom Kleinhirn aus mit einem Programm für Notsituationen gesteuert werden, was dazu führt, dass die Durchblutung des vorderen Teils des Gehirns gedrosselt wird, das heißt logische Denkvorgänge sind oft nur noch sehr eingeschränkt möglich. Der Prüfling kann nicht mehr auf sein Gelerntes zugreifen, was der Volksmund mit dem Begriff „ein Brett vor dem Kopf haben" tituliert.

Kinesiologische Techniken ermöglichen dem Menschen wieder der Situation entsprechend angemessen zu reagieren. Das menschliche System erkennt, dass eine Prüfung zwar eine wichtige Situation ist, die einige Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert, es sich hierbei aber keineswegs um eine lebensbedrohliche Situation handelt auf die mit Kampf und Flucht reagiert werden müsste. In folgenden Artikeln werden wir über weiter Anwendungsgebiete der Kinesiologie berichten. (cgs)