Geprüfter Medienproduktioner werden

Fachverband Medienproduktion setzt Standard mit modularer Fortbildung für Print und Online

Detlef Korus Nicht immer, wenn in Unternehmen Medien für die Unternehmens- oder Produktkommunikation erstellt werden, laufen die Produktionsprozesse tatsächlich effizient. Setzt ein Unternehmen allerdings eine "Ggeprüften Medienproduktioner/f.mp" ein, steigen die Chancen, dass von Anfang an mehr Effizienz in den vielfach kostspieligen und hochkomplexen Produktionsprozess kommt. In der Praxis verliert selbst manch ausgebuffter Medienprofi rasch den Überblick angesichts der Vielfalt der Aufgaben in der Medienproduktion: Zielgruppenbestimmung, Planungsintervalle, Projektplanung, erstellte Medien, Bedarfsplanung, Kreativleistung, Procurement (Einkauf), Content-Management, Bilderstellung, Freigabe, Reinzeichnung, Fremdsprachenmanagement, Logistik und Archivierung - all das und mehr lässt nicht nur Quer-Berufseinsteiger schier verzweifeln.

Berücksichtigt man zusätzlich den steigenden Wettbewerb der Unternehmen auf internationalen Märkten, ferner die ständig wachsende Zahl an Informations- und Kommunikationsmitteln, die jeden Tag mithilfe moderner Techniken und Technologien über alle Medien hinweg beherrscht, beurteilt und verwaltet und bedient werden wollen, wird schnell klar: Selbst wer Medienproduktion und Medientechnik "aus dem Effeff" beherrscht, kann und muss sich ständig fortbilden, um angesichts vielfältiger technologischer Diversifikationen auch morgen noch "am Ball" bleiben zu können. Gepüfter Medienproduktioner werden ist daher eine Zusatzqualifikation, die über das Studium der Medienproduktion an einer Hochschule noch hinausgeht, weil in einer solchen Ausbildung professionelle Partnerbetriebe im gleichnamigen Fachverband zusammenwirken und dabei in stark komprimierter Form Praxisinhalte mit starkem Marktbezug vermitteln. Der folgende Artikel vermittelt einen Überblick über die Ausbildung zum geprüften Medienproduktioner und zeigt Schwerpunkte und Erfolgsbausteine, weshalb man mit einer solchen Zusatzausbildung seine Marktchancen deutlich verbessern kann.

Der Ausgangspunkt zur Medienproduktion im Unternehmen

Medienproduktioner sind gefragte Experten

Medienproduktion im Unternehmen braucht den Profi. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) Stuttgart profitieren Unternehmen mit einer zentralen elektronischen Projektmanagementlösung im Prozess der Medienproduktion deutlich von weniger Prüf- und Korrekturzyklen. Das Problem bei der Medienproduktion ist allerdings nicht allein das oftmals anfällige Projektmanagement - und dadurch ausgelöst zeit- und Budget-raubende Prüfzyklen bei der Medienproduktion. Fehlt es im Unternehmen an der nötigen Fachkompetenz im Umgang mit hochmodernen Produktionsprozessen und der nötigen Erfahrung, geraten die ohnehin meist kostentreibenden Medienproduktionsprozesse gerade im Printbereich zusätzlich rasch ins Stocken, während die Kosten weiter steigen. Der "Geprüfte Medienproduktioner/f:mp." kann über den Horizont und technische Hintergründe gleichermaßen blicken. Nur: Wie wird man eigentlich ein "Geprüfter Medienproduktioner/f:mp"?

Als Königsklasse genießt die Fortbildung "Geprüfter Medienproduktioner/f:mp." in der Branche einen exzellenten Ruf. Über einen Zeitraum von acht Monaten wird hier, gesteuert über den Fachverband, im Rahmen der Fortbildung relevantes Wissen in allen Teilbereichen der Medienproduktion vermittelt. Im Mittelpunkt der Ausbildung steht dabei die sogenannte Medien­konvergenz. Für die Medienproduktioner bedeutet dies: Sie ergänzen ihre bereits vorhandenen Basiskompetenzen in den Schwerpunkten Print und Online / Mobile / Digital um zusätzlich jeweilig relevante Inhalte. Das qualifiziert die Teilnehmer zu einer Vielzahl von Aufgaben und Anforderungen im Bereich der integrierten Medienproduktion. Dass dabei die Kompetenzen in den unterschiedlichen Schwerpunkten durch fundiertes Know-how und tiefgreifendes Wissen von Profis aus der Praxis zusätzlich gestärkt werden, ist ein willkommener Nebeneffekt.

Dabei geht es im Kern stets auch um die Erweiterung technischen Wissens rund um die Produktion von audiovisuellen und computergestützten Medien sowie zusätzlich gestalterische Fähigkeiten. Der moderne Medienproduktioner weiß um die Erstellung von Filmen und Print-Produkten, Webpräsentationen und 3D-Grafiken, verfügt aber eben auch über das Knowhow zur Veredlung von Drucksachen - lackieren, stanzen, prägen, Metallic-Effekte - damit das jeweilige Unternehmen sich in der Kommunikation deutlicher differenzieren kann, Verpackungen am POS hervorstechen und das "Outfit" von Etiketten, Printmedien, Drucksachen den Wert und das Image des Unternehmens unterstreichen. Der "Geprüfte Medienproduktioner/f:mp." wird damit rasch zum gefragten Experten und Ansprechpartner für Auftraggeber wie Markenartikler, die selbst ausgefallene Lösungen wie das sogenannte Microembossing suchen, also die Veredelung durch gestaltete Muster innerhalb einer Heißfolie zu Dekorzwecken.

Start-Medienproduktioner/f:mp

Wer sich zunächst einen ersten Überblick über die Medienproduktion verschaffen möchte, der kann den Kurs zum "Start-Medienproduktioner/f:mp. wählen. Hier lernen die Teilnehmer an zwei Tagen die vielfältigen Tätigkeitsfelder und Aufgaben des Medienproduktioners kennen und bekommen die ersten Grundlagen, um überhaupt erst einmal mitreden und mitarbeiten zu können. Wer weiter kommen will, wählt dann die Bildungseinheit "Junior-Medienproduktioner/f:mp." Demgegenüber ist der Junior Medienproduktioner/f:mp. gewissermaßen der Schnellkurs für Praktiker, der in fünf Tagen in allen Bereichen schult, die für den Produktionen-Alltag unentbehrlich sind. Entscheidend dabei: Die tägliche Produktionspraxis und viele Beispiele, damit sehr schnell klar wird, worauf es wirklich ankommt.

Aufbauend auf der Starteinheit wird das Wissen an mehreren Tagen weiter vertieft und das Erlernte in Produktionsunternehmen praxisnah studiert. Der erfolgreiche Abschluss zum "Start-Medienproduktioner/f:mp." und "Junior-Medienproduktioner/f:mp." ermöglicht schließlich die Teilnahme zur Top-Qualifikation "Geprüfter Medienproduktioner/f:mp."!

In Ergänzung zu den wesentlichen Kernthemen aus der Printmedienproduktion und der zugehörigen digitalen Druckvorstufe bekommen Sie hier zahlreiche Einblicke in das Farbmanagement, Druckstandardisierung, Color-Management, Datenhandling und Workflow, nachhaltige Medienproduktion, Bedruckstoffe, Digitaldruck, Druckveredelung und Weiterverarbeitung.

Online- und Mobile Publishing als On-Top-Qualifikation

Ergänzend zu den druckspezifischen Themen folgt eine Einführung in das Online- und Mobile-Publishing. Neben den technischen Themen werden ebenfalls die relevanten kaufmännischen Aspekte für Medienproduktioner besprochen – dazu gehören AGBs, Muster-Kalkulationen und kaufmännischer Schriftverkehr. In Ergänzung zu den Vorträgen werden anhand von praktischen Beispielen Produktionstechniken und Zusammenhänge verdeutlicht. Detailthemen werden in Form von Praxisworkshops und Live-Demos vertieft.

In drei Hauptbildungseinheiten bzw. Schwerpunkten führt der f:mp. Medienproduktioner zum qualifizierten Experten:

  1. Print
  2. Online / Mobile / Digital
  3. Druckveredelung - und als zusätzliche Schwerpunkt kommen schon in Kürze zwei weitere hinzu:
  4. Visuelle Kommunikation
  5. Digitaldruck

Das Angebot wird abgerundet von zahlreichen Bildungsangeboten mit operativen, strategischen und mentalen Inhalten. Äußerst praktisch: Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, die Module nach ihren ganz spezifischen und damit jeweiligen beruflichen Anforderungen im Bereich der Medienproduktion zusammenzustellen und prüfen zu lassen.

Kreative Ideen rationell, effektiv und effizient in die Praxis umsetzen

Die Ausbildung vermittelt - übergreifend betrachtet - im Wesentlichen zusätzliches Knowhow in drei Feldern

  1. der Verbindung von praktischem und analytischem Denken sowie von Logik und Kreativität
  2. Prozess-Knowhow für die einwandfreie kaufmännische, qualitative und terminliche Abwicklung von Aufträgen
  3. der Organisations- und Realisierungsknowhow für die bestmögliche Produktion der individuellen Lösung, das entscheidend zum Erfolg von Kommunikationsprozessen bei und Verschaffen geldwerter Vorteile für das Unternehmen beiträgt.

Die Hauptaufgaben des Medienproduktioners

  1. Beratung
  2. Organisation / Abwicklung
  3. Vergabe von Aufträgen an Hersteller / Dienstleister
  4. Koordination aller Prozessbeteiligten
  5. Qualitätsmanagement und -sicherung
  6. Prozessanalyse und Prozessoptimierung
  7. Standardisierung

Und was machen die absoluten Berufsanfänger?

Produktionsprozesse sicher und überzeugend quer über alle Medien hinweg steuern und crossmediale Kompetenzen erster Güte bieten zu können, dies lässt sich schwerlich mit einer reinen - wenn auch notwendigen Basisausbildung bewältigen. Weil analoge und digitale Medien zunehmend vernetzt, komplexer, interaktiver mit immer mehr Vor- und Zwischenstufen "bespielt" werden wollen, braucht es einen oder eine, die die unternehmerische Medienwelt weit überblickt. Fachwissen ist eines. Persönlichkeit, Verhandlungsgeschick, Organisation und strategische Fähigkeiten sind mehr. Berufsanfängern selbst sei der Blick auf die gute Übersicht der Bundesagentur für Arbeit empfohlen: s. Quellenangabe unten (1)

Als erster Überblick hilfreich ist auch der Überblick der Bundesagentur mit unterschiedlichen Studiengang-Bezeichnungen, der als Vorbereitung oder Ergänzung zum geprüften Medienproduktioner gewiss weiterhilft: s. Quellenangabe unten (2)

Mehr wissen

Wer sich ausführlicher über den Beruf des geprüften Medienproduktioners informieren will, dem sei der Campus im Fachverband Medienproduktioner empfohlen: Link zum Fachverband

Auf der Seite des Fachverbands finden sich auch ausführlichere Marktstudien wie etwa ein Trendreport sowie weitere Initiativen zur PrintPerfection und Veredelung. ( http://trendreport.f-mp.de // http://www.printperfection.de )

Über die Autoren:

Detlef Korus ist Inhaber von KORUS CONSULT PR 2.0 Hybridmarketing, freier Lehrbeauftragter an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation für Crossmedia und begleitet seit 2004 Unternehmen bei der Steuerung und Umsetzung von Medienprojekten und crossmedialen Strategien.

Rüdiger Maaß ist Geschäftsführer im Fachverband Medienproduktioner, der mit mittlerweile über 600 Mitgliedern ein professionelles Netzwerk von Medienproduktionsexperten für Spezialisten darstellt und seinen Mitgliedern ein umfangreiches Serviceangebot bietet, das dazu beiträgt, die zahlreichen Herausforderungen der Medienproduktion leichter zu bewältigen und verlässliche, innovative und effektive Lösungen auch für ungewöhnliche Problemstellungen zu finden.

Kontaktangaben

 Kontakt
 Fachverband Medienproduktioner e.V.
 Telefon: +49-6542-5452
 Fax: +49-6542-5422
 E-Mail r.maass@f-mp.de
 Waldbornstraße 50, 56856, Zell/Mosel
 www.f-mp.de

 KORUS CONSULT
 Telefon: +49-8024-4701148
 Mobil: +49-170-2233030
 info@korus-consult.com
 www.korus-consult.com

Bildquelle: http://shutterstock.de

(1) Studiengänge Medienproduktion Bundesagentur für Arbeit: http://iurl.no/98825
(2) Studiengang-Bezeichnungen http://iurl.no/35327