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Fischfang Nachrichten

Tiefseekorallen - Industrie-Fischerei bedroht auch europäische Korallenriffe

Kaltwasser-Korallenriffe vor der Küste Großbritanniens werden von den Netzen der Tiefseefischer zerstört. Dies meldet die Zeitschrift NewScientist. Die Riffe sind nach Angaben von Wissenschaftlern aus Frankreich, Norwegen und Großbritannien älter als 4.500 Jahre und Lebensraum für viele Meereslebewesen. Forscher und Umweltorganisationen fordern, dass Initiativen gesetzt werden müssen, um diese und andere Riffe außerhalb Europas zu schützen.

Nach dem Rückgang der Fischbestände am europäischen Schelf sind die Fischer weiter ins Meer hinaus gezogen, um dort exotische Spezies wie den portugiesischen Hai und den Grenadier-Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Die hierfür verwendeten Schleppnetze sind nach Angaben der University of Glasgow bis zu vier Kilometer lang und verursachen schwere Schäden in der Unterwasserwelt. In diesen Netzen, die einen Kilometer in die Tiefe reichen, fand Jason Hall-Spencer von der University of Glasgow Korallenbruchstücke bis zu einer Größe von einem Quadratmeter. Die betroffenen Riffe liegen in einer Tiefe zwischen 200 und 1.300 Metern Die atlantischen Tiefseekorallensysteme seien sehr brüchig, da sie nicht an die ständigen geringen Störungen durch Wellen gewöhnt sind, wie Korallenriffe im seichten Wasser, meinte Hall-Spencer. Unter den Bruchstücken entdeckte der Forscher viele verschiedene Korallenarten und Hinweise, dass Schwämme, Anemonen, Mollusken und Schalentiere in dem Riffsystem leben.

Am 26-02-2002

Walfang

Diese Woche tagt in Auckland, Neuseeland, eine von der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus acht Ländern eingesetzte Arbeitsgruppe, um konträre Positionen zu einem Bewirtschaftungsverfahren für Wale (RMS) anzunähern. Ziel ist es, auf der vom 20. bis 24. Mai in Japan stattfindenden Jahrestagung der IWC die notwendige Dreiviertelmehrheit für die Verabschiedung des RMS zu finden. Die Organisationen Pro Wildlife und die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) warnen vor einem solchen Schritt, da dies die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs bedeuten würde.

Zahlreiche Mitgliedsstaaten der IWC, darunter auch solche, die selbst kein Interesse am Walfang haben, setzen sich für die Umsetzung des RMS ein, in der Annahme, die derzeitigen Walfangaktivitäten wieder unter Kontrolle zu bringen. "Eine Politik mit fatalen Folgen. Das Walfangverbot stellt den höchsten Schutz für die Meeresriesen dar.

Ein Bewirtschaftungsverfahren ermöglicht nicht nur weiteren Staaten, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, sondern ist auch kaum zu überprüfen", kontert Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS, und verweist darauf, dass die derzeitige Version des RMS weit hinter Standards z.B. anderer internationaler Fischerübereinkommen hinterherhinke. So weigerten sich u.a. Japan und Norwegen, internationale Beobachter auf alle Walfangschiffe zu lassen und ein internationales unabhängiges DNA-Register zu ermöglichen, das es ermöglicht, die Herkunft jedes Stück Walfleisches nachzuvollziehen.

Einig sind sich die beiden Verbände auch darin, dass Wale überhaupt nicht kommerziell bejagt werden dürfen, und sehen in der Einhaltung des Walfangmoratoriums die Hauptaufgabe der IWC-Mitgliedsstaaten. Kritisiert wird dabei heftig die Politik der japanischen Regierung, die darauf abzielt, sich das Abstimmverhalten von Staaten zu erkaufen, um somit eigene wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Es wird befürchtet, dass bei der nächsten IWC Tagung bereits einige neue Staaten das Stimmverhalten zugunsten der Walfangstaaten verschieben.

Neben seiner "Stimmenkauf" - Politik auf internationaler Ebene versucht Japan auch, Wale für die Überfischung der Meere verantwortlich zu machen. Pro Wildlife-Expertin Dr. Sandra Altherr erläutert: "Japan - nach China zweitgrößte Fischfangnation der Welt - trug mit seiner riesigen, hoch-technisierten Fischfangflotte erheblich zum Kollaps vieler Fischbestände bei. Der Versuch, den schwarzen Peter hierfür nun den Walen und Delfinen zuzuschieben, ist absurd."

Die Verbände sehen in der Umsetzung des Bewirtschaftungsverfahrens nicht nur eine Gefahr für die Zukunft der Wale, sondern auch eine Präzedenzfall für internationale Übereinkommen, der ausgerechnet die Nationen belohnt, die jahrelang die Beschlüsse der IWC ignoriert haben.

Am 27-02-2002

Neun von zehn Fischen wieder tot ins Meer

EU-Fischereiflotten, die vor der Küste des westafrikanischen Staates Senegal fischen, werfen bis zu 90 Prozent des Fanges wieder ins Meer, weil die gefangenen Tiere zu klein sind. Nach Angaben des Television Trust for the Environment (TVE) verkommen die Gewässer vor Senegal zu einer Abfallhalde für tote Fische. Für die lokale Bevölkerung bedeute dies eine wirtschaftliche Katastrophe. Der EU-Generaldirektor für Fischereiwesen Steffan Smidt weist die Anschuldigungen zurück. Belastend ist aber eine Filmdokumentation, die das Gegenteil zeigt.

Insbesondere Shrimps, Thunfisch und Sardinen sind in den Gewässern der westafrikanischen Republik häufig. "Aber die Methoden der EU-Flotte sind nicht wirklich nachhaltig und frei für alle", meint BBC-online. Die modernen Fischfangmethoden zerstören eine der wertvollsten Ressourcen von Senegal. "Das Ökosystem in tropischen Gewässern ist fragil und die Reaktion auf industrielle Fangmethoden wie sie in der EU praktiziert werden, hat schreckliche Folgen", so Brian O'Riordan, Sprecher des internationalen Kollektivs zum Schutz von Fischereiarbeitern. Die Zerstörung entspreche in etwa der eines Kahlschlages in einem Wald. "Die EU-Fangflotten jagen alles, können aber nur einen Bruchteil, zwischen zehn und 20 Prozent, verwerten. Der Rest wandert tot wieder in den Ozean zurück", so der Experte. Genau jene Fische seien es jedoch, die sozusagen das Rückgrat der lokalen Fischerei ausmachten. "Darüber hinaus verwandeln die industriellen Fangflotten das Meer in eine Art Müllhalde."

Steffan Smidt argumentiert dagegen, dass es in der EU Vorschriften betreffend der Größe der gefangenen Fische und der Netzmaschen gebe. Damit solle verhindert werden, dass es zuviel Beifang gebe. Die Vereinbarung zu einer Verlängerung der Fangerlaubnis von EU-Schiffen vor der Küste von Senegal wurde Ende März verschoben. Die alte Vereinbarung lief bereits im Dezember 2001 aus. Eine Verlängerung gibt es bisher nicht. Streitpunkt zwischen der EU und der westafrikanischen Republik ist der Betrag zur Kompensation der Fischereirechte.

Am 02-04-2002

Auch die Fischerei profitiert

Amerikanische Meeresbiologen haben bewiesen, dass sich Meereschutzzonen schneller wieder besiedeln als bisher angenommen. In den "No-Take"-Gebieten wuchs die Zahl an Arten innerhalb von drei Jahren wieder an. Die Forscher untersuchten 80 Meereschutzgebiete und berichteten über ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Ecology Letters".

Die Errichtung der "No-Take"-Schutzgebiete untersagt jegliche Entnahme von lebenden Organismen für einen gewissen Zeitraum. Nach den Untersuchungen der beiden Forscher Ben Halpern und Robert Warner von der University of Santa Barbara erholt sich in diesen Schutzzonen die gesamte Gewässer-Ökologie. "Der Anstieg der Biomasse war nicht nur in relativ kurzen Zeiträumen erkennbar, sondern blieb auch noch länger erhalten", so der Wissenschaftler. Innerhalb weniger Jahre bemerkten die Forscher einen Anstieg der Fische und Wirbellosen um bis zu 50 Prozent. Verändert hatte sich auch die Körpergröße der Tiere. Diese waren in den Schutzzonen teilweise um bis zu 30 Prozent größer.

Die Forscher untersuchten auch mehrere Gebiete, die seit mehreren Jahrzehnten unter Schutz gestellt wurden. Dort war immer noch eine vielfältigere und dichtere Biomasse zu beobachten. Dies war im kanadischen Vancouver und im Exuma-Sund vor den Bahamas der Fall. Die Wissenschaftler wollten damit zeigen, dass durch die Schaffung solcher Schutzzonen auch die Fischerei profitiert: in den Schutzgebieten darf zwar nicht gefischt werden, doch war ein Anstieg der Arten auch in den Gewässern rund um die Schutzgebiete festzustellen. Die Wissenschaftler fordern daher eine Schaffung von erweiterten Schutzzonen. "Der positive Effekt stellt sich bereits nach kurzer Zeit ein. Das können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen", so Halpern.

Am 22-05-2002

Fischerei

Der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, liegen Informationen vor, dass allein in den letzten zwei Wochen 44 tote Delfine an die Küsten Südwestenglands angespült wurden. 33 weitere tote Delfine waren bereits im Dezember aufgefunden worden. Die Körper weisen Verletzungen von Fischernetzen auf und sind nur die Spitze des Eisbergs der jährlichen Beifangopfer der winterlichen, meist französischen Hochseefischerei auf Barsch, Makrelen und Thunfisch mit Schlepp- aber auch Stellnetzen.

Die meisten der in den Netzen ertrunkenen bzw. erstickten Delfine werden jedoch nicht an die Strände gespült, sondern sinken auf hoher See auf den Grund. Nur ein Bruchteil wird an die europäischen Küsten geschwemmt. In der letzten Fangsaison waren es von Januar bis April 2002 allein 300 tote Delfine an der französischen und über 120 an der britischen Küste. "Die Delfine ertrinken oder ersticken auf schmerzhafte und grausame Weise in den Netzen. Es ist ein grausamer Todeskampf, den die Tiere fast immer verlieren. Offiziell will niemand ihren Tod als Beifang, aber alle Beteiligten nehmen es tatenlos in Kauf", klagt Alison Ross, Fischerei-Expertin der WDCS.

Zwar ist die Europäische Union (EU) dabei, auch das Thema Beifang im Rahmen einer neuen Fischereipolitik anzugehen, konkrete Maßnahmen lassen aber auf sich warten. Ein schon 2001 von der WDCS vorgelegter Maßnahmenplan zur Verhinderung von Beifang sieht u.a. klare Kontroll- und Vollzugsmechanismen vor. Nicolas Entrup von der WDCS Deutschland fordert: "Die EU muss endlich handeln und darf der jährlichen Massentötung von Delfinen nicht länger tatenlos zusehen. Die Lösungsvorschläge liegen seit langem auf dem Tisch!"

Am 21-01-2003

Überfischung

Trotz zehnjähriger Pause hat sich der Bestand an Dorschen in den Fischgründen vor der Küste Neufundlands und im Golf von St. Lawrence nicht erholt. Die Regierung in Ottawa hat aus diesem Grund einen weiteren Fangstopp angekündigt, berichtet das Magazin Enviromnent News Service. Die Fischgründe stellten im Jahr 2000 einen wirtschaftlichen Wert von rund 14,5 Millionen Euro dar, zehn Jahre zuvor lieferten sie noch Erträge von mehr als 102 Millionen Euro. Die kanadische Regierung hat daher angekündigt, dass sie mit einem Hilfsfonds den Gemeinden, die vom Ende der Dorschfischerei betroffen sind, helfen werde. Knapp 28 Millionen Euro wolle die Regierung in den kommenden zwei Jahren an Entwicklungshilfe zahlen. Unter anderem sollen arbeitslos gewordene Fischer umgeschult werden. Darüber hinaus würden Wissenschaftler die Gründe für den massiven Schwund der Dorschbestände erforschen. Umweltschützer kritisierten den Entschluss als „zu spät gefasst".

Betroffen vom Schwund der einst so häufigen Dorschbestände seien auch ehemalige Fischer in den Provinzen Quebec und New Brunswick. In den kommenden drei Jahren würden sämtliche Fischereiaktivitäten in den betroffenen Gebieten verboten werden, so der Bericht. Besonders geschützt werden solle auch der Kapellan (Mallotus villosus), ein kleiner Fisch, der in erster Linie Nahrung für den Dorsch ist. Die gesamte Befischung solle um 40 Prozent eingeschränkt werden. Die Regierung wolle außerdem vier Millionen Euro in die Erforschung der Zusammenhänge zwischen den Dorsch-Beständen und den Robben investieren, erklärte der kanadische Fischereiminister Robert Thibault.

Umweltschützer kritisieren die Regierung dafür, dass der Entschluss zum Fischfangstopp zu spät käme. "Bereits vor 20 Jahren hat die Sea Shepherd Conservation Society das Department of Fisheries and Oceans zu einem Moratorium wegen der Dorschfischerei aufgerufen", so Paul Watson, Fischereiexperte. Anstatt die Fangquoten zu senken, habe man die Warnungen ignoriert. Der Experte kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Fangquote von Robben in dieser Gegend. "Mehr als 350.000 Robben sind in diesem Jahr zum Abschuss freigegeben worden. Das ist die höchste Quote, die es je für Meeressäuger gab", erklärt Watson. In den kommenden zwei Jahren sollen weitere 700.000 Robben gejagt werden dürfen. Viele der ehemaligen Dosch-Fischer seien heute Robbenjäger geworden. "Wenn die Entwicklung diesen Weg weiter geht, sieht es für die Meeressäuger schlecht aus", meint der Ökologe.

1992 wurde die Georges Bank im Süden von Neufundland wegen Überfischung als erstes Fanggebiet aufgegeben. Den kanadischen Fischern stehen ähnlichen Zeiten bevor wie ihren Kollegen in Nordeuropa.

Am 30-04-2003

Delphine im Netz

Die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS), begrüßt die von der EU Kommission am gestrigen Donnerstag vorgestellte Initiative, gegen den fortwährenden Beifang von Delfinen und Schweinswalen in Fischernetzen vorzugehen. Die Organisation fügte aber hinzu, dass es weit mehr Anstrengungen bedürfe, um das Problem wirklich zu lösen. Tausende Delfine und Schweinswale verendeten jährlich auf Grund der intensiven Fischereiaktivitäten in europäischen Gewässern. Dadurch werde nicht nur das Überleben von Wal- und Delfinpopulationen gefährdet, sondern den Meeressäugern auch unermessliches Leid zugefügt.

Die Tiere verfingen sich in den Netzen und ertränken oder erstickten nach einem oftmals langen Überlebenskampf auf qualvolle Weise.

Die Initiative der EU Kommission sehe vor allem drei wesentliche Maßnahmen vor, so die Organisation: Reduktion der Länge von Treibnetzen in der Ostsee auf weniger als 2,5 km, sowie deren generelle Einstellung bis zum Jahr 2007. Der verbindliche Einsatz von akustischen Scheuchvorrichtungen im Rahmen von Stellnetzfischereien, unter anderm in der Nordsee. Kontrolle zahlreicher Fischereiaktivitäten durch Beobachter auf den Fangschiffen zur Dokumentation des Beifangausmaßes.

Der Einsatz von Treibnetzen für den Fang von Thunfischen und einigen anderen Arten ist von der EU bereits untersagt und die restliche Nutzung ist auf 2,5 km Maximallänge beschränkt. Dies gelte bislang jedoch nicht für die Ostsee, wo solche Netze weiterhin eine Länge von bis zu 20 km erreichten. "Die intensiven Fischereiaktivitäten gefährden das Überleben der auf weniger als 600 Tiere geschätzten Schweinswalpopulation in der Ostsee" sagt Nicolas Entrup von der WDCS.

Die Fischereiexpertin der WDCS, Ali Ross, steht der Initiative grundsätzlich positiv gegenüber, hat jedoch auch Vorbehalte. "Der Einsatz von Scheuchvorrichtungen könnte zwar das Leben Hunderter Schweinswale retten, jedoch könnte der langfristige und intensive Einsatz auch dazu führen, dass die Tiere aus für ihr Überleben wichtigen Gebieten auf Grund der stetigen Lärmbelästigung vertrieben werden. Die Scheuchvorrichtungen sollen nur vorübergehend genutzt und der Einsatz streng überwacht werden.“ Ziel müsse es sein, alternative Fischfangmethoden zu entwickeln.

Erfreut zeigt sich die Delfinschützerin über den Einsatz von Beobachtern auf Fangschiffen. "Wir müssen unbedingt an mehr Informationen gelangen, welche Fischereiaktivitäten in welchen Gebieten die größten Probleme verursachen.“ Es sei zwar bekannt, dass Schleppnetzfischereiaktivitäten eine hohe Delfinsterblichkeitsrate verursachen, jedoch gebe es noch viele Fangmethoden über deren Auswirkungen wenig bekannt sei.

Die WDCS weist darauf hin, dass es sich bei der Initiative der EU Kommission bislang nur um einen Vorschlag handelt, der noch durch zahlreiche Gremien und letztendlich von den FischereiministerInnen der EU angenommen werden muss. Hier liege eine große Last und Verantwortung auf den Schultern der EU Mitgliedsstaaten.

Am 25-07-2003

Fischerei

Die EU-Fischereiminister haben heute den ersten Schutzplan für die in der Nordsee bereits zusammengebrochenen Kabeljaubestände beschlossen. Damit wurde jedoch nur ein scheinbarer Durchbruch in der EU-Fischereipolitik erreicht. Zwar soll durch den Wiederaufbauplan der drastisch gefährdete Kabeljaubestand jedes Jahr um 30 Prozent anwachsen, aber gleichzeitig wurde heute entgegen der wissenschaftlichen Empfehlung eine Fangquote von 27.000 Tonnen für das Jahr 2004 festgesetzt. Der wissenschaftliche Rat zur Erforschung der Meere (ICES) hatte empfohlen, die direkte Fischerei auf Kabeljau ganz einzustellen.

"Mit dieser Fangmenge ist mehr als zweifelhaft, ob der Kabeljau gerettet werden kann. 27.000 Tonnen umfassen zudem nur das, was an Land gezogen wird, gefangen wird sehr viel mehr und anschließend als Beifang bereits tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen. Der Wiederaufbauplan wird nicht zum Wiederaufbau führen, die Minister machen sich mit dieser Entscheidung selbst etwas vor", sagt Heike Vesper, Fischereiexpertin vom WWF (World Wide Fund For Nature).

Auch die Entscheidungen des Ministerrats über die Fangmengen für die anderen Fischbestände in der EU sind eine herbe Enttäuschung. Keines der zugrunde liegenden Prinzipien der neuen Fischereipolitik für mehr Nachhaltigkeit wurde von den Ministern in 2003 umgesetzt. "Mit den Beschlüssen dieser letzten Fischereiratssitzung haben die Minister auch ihre letzte Chance vertan, die Wende einzuläuten", resümiert Heike Vesper.

Der WWF fordert die EU-Minister seit Jahren auf, unverzüglich konkrete und umfassende Maßnahmen gegen die Überfischung zu beschließen. Dazu gehören konsequente Rettungspläne für alle überfischten Bestände, Abbau der Überkapazitäten der EU-Fischereiflotte, Vergabe von Subventionen nur für nachhaltige Fischereien und Vermeidung des ungewollten Beifangs von Meerestieren wie z.B. von Schweinswalen.

Am 22-12-2003

Fischerei

Zerstörerische Fischereipraktiken bringen Delfine im Nordostatlantik an den Rand des Aussterbens. Dies geht aus dem Bericht "The Net Effect" hervor, der von der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS), für Greenpeace verfasst und am heutigen Donnerstag veröffentlicht wurde. Mehr als zehntausend Kleinwale verenden nach Angaben der Umweltschutzorganisation jährlich in Fischernetzen in europäischen Gewässern. Besonders betroffen seien der Gemeine Delfin und der Schweinswal aber auch Atlantische Weißseitendelfine, Große Tümmler und Grindwale.

Jeden Winter würden Hunderte toter Delfine und Schweinswale an europäische Strände gespült. Die Fischer, die Speisefische wie Seebarsch, Makrele oder Thunfisch fangen, würden die Säugetier-Kadaver meist verstümmelt zurück ins Meer werfen. Wissenschaftler der Internationalen Walfangkommission schätzten, dass weltweit jährlich 300.000 Wale und Delfine in Fischernetzen sterben.

"Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dürfen nicht länger tatenlos zusehen, sondern müssen umgehend aktiv werden, um das Kleinwalsterben zu beenden.", fordert Ali Ross, Fischereiexpertin der WDCS.

Die EU habe das Problem erkannt, seit Jahren aber keine effektiven Maßnahmen eingeleitet. Eine Initiative der EU-Kommission liege seit Juli 2003 vor. Der darin geplante Einsatz von akustischen Scheuchvorrichtungen (Pingern) müsse überwacht werden. Nur so liessen sich die Wirksamkeit dieser Geräte sowie mögliche schädliche Auswirkungen auf die Tiere feststellen. Auch der von der EU vorgeschlagene Einsatz von Beobachtern an Bord der Fangflotten greife zu kurz, so die Kritik. Die Anzahl der Beobachter, die den Beifang von Walen und Delfinen erfassen sollen, sei zu gering.

Auch die nächste UN-Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) müsse ihren Beitrag leisten, den Beifang zu verringern und Meerestiere zu schützen. Greenpeace fordert die Vertreter der CBD auf, Meeresschutzgebiete einzurichten, in denen sich die Tiere erholen und ungestört vermehren können. Die CBD tagt vom 9.-20. Februar 2004 in Malaysia.

Am 20-01-2004