Plutoniumwirtschaft

Atommüll-Transport aus Neckarwestheim gestartet

Am Dienstag ist ein Atommüll-Transport aus dem baden-württembergischen Atomkraftwerk Neckarwestheim in Richtung Sellafield gestartet. Rund 40 DemonstrantInnen haben die Bundesstraße 27 in der Nähe der Walheimer Höhe blockiert, die Fahrbahn nach Aufforderung der Polizei aber ohne Gegenwehr wieder verlassen. Im Einsatz waren der Polizei zufolge rund 700 Beamte. Im pfälzischen Wörth wird ein Zug zusammengestellt, der auch Atommüll aus den Atomkraftwerken Mülheim-Kärlich, Philippsburg, Stade und Brunsbüttel enthält. Nach Schätzungen des Aktionsbündnissses Castor-Widerstand Neckarwestheim sollen 50 Tonnen radioaktiven Materials transportiert werden, davon 500 Kilogramm Plutonium.

Die drei Atommüll-Behälter vom Typ Excellox wurden am Dienstagmorgen auf der Straße in das nahegelegene Dampfkraftwerk in Walheim gebracht. Dort werden sie auf Eisenbahnwaggons verladen.

Nach Angaben der Kraftwerks-Betreiber führt der Schienen-Transport am Mittwoch zunächst nach Wörth in Rheinland-Pfalz. Dort sollen die Waggons dann mit weiteren Atommüll-Transporten aus anderen deutschen Atomkraftwerken zusammengeführt und über die französische Grenze gebracht werden. Die Behälter aus Neckarwestheim werden dann zum Hafen Dünkirchen an der Kanalküste gebracht und von dort aus mit einem Spezialschiff weiter nach Großbritannien transportiert. Die anderen Atommüll-Transporte rollen in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.

Der Transport aus Neckarwestheim war erst am 20. Juli vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) genehmigt worden. Zuvor hatten die Betreiber bereits im April erstmals nach dem Transport-Verbot wieder Atommüll nach Sellafield gebracht. Damals hatten über 2.000 Polizisten den Transport abgesichert.

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