Bauernkongress

Bauernverband für Gläserne Produktion aber gegen Agrarwende

Der Deutsche Bauernverband will mit einer "Gläsernen Produktion" das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen. Dazu beitragen sollen auch die regionale Direktvermarktung sowie Kontrollen auf den Höfen. Der Natur-, Umwelt- und Tierschutz lasse sich aber nur mit europaweit einheitlichen Richtlinien durchsetzen, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Mittwoch zu Beginn des Deutschen Bauerntages in Münster. Nationale Alleingänge gefährdeten langfristig Arbeitsplätze in Deutschland.

Mit der Agrarpolitik von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) ging Sonnleitner scharf ins Gericht. "Wir brauchen keine Agrarwende", sagte der Verbandschef. Die Bauern seien von sich aus zur Öko-Landwirtschaft bereit. Entscheidend dafür sei aber allein eine stärkere Verbrauchernachfrage nach solchen Produkten. "Ministerin Künast sollte endlich aufhören, zwischen Masse und Klasse, zwischen sicher und unsicher, zwischen guter und schlechter Produktion zu unterscheiden", forderte Sonnleitner.

Sonnleitner sagte, die Landwirte seien an den Verbesserungen im Umweltschutz maßgeblich beteiligt gewesen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sei in den vergangenen Jahren merklich zurückgegangen. Auch habe sich die Wasserqualität in den Flüssen und Bächen spürbar verbessert. In dem Zusammenhang sagte er, gesonderte Leistungen im Naturschutz sollten auch gesondert abgegolten werden. Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, Franz-Josef Möllers, forderte finanzielle Entschädigungen für die Folgen der BSE-Krise. "Die Politik ist hier in der Pflicht", sagte er. Allein die Bullenmäster in Westfalen-Lippe müssten bis Jahresende Verluste in Höhe von 30 Millionen Mark hinnehmen.

Auf dem Bauerntag in Münster nehmen bis Sonntag schätzungsweise 10.000 Delegierte aus ganz Deutschland teil. In sechs Foren diskutieren Landwirte mit Politikern aus Bund, Ländern und der Europäischen Union über die Zukunft der Agrarpolitik.

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