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"Lukrative" Droge Crack könnte sich verbreiten

Drogenbeauftragte

Entgegen aller Befürchtungen ist die Modedroge Crack in Deutschland ein "regionales Problem" mit einer sehr begrenzten Zahl von Konsumenten geblieben. Nur in Hamburg, Frankfurt am Main und in schwächerem Maße in Hannover habe sich eine etablierte Crack-Szene entwickelt, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD) am Freitag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie. In Hamburg und Frankfurt nutzten jeweils 700 bis 1.200 Konsumenten Crack meist als Zweitdroge. Allerdings sei zu befürchten, dass sich der Crack-Markt ausdehne, denn Herstellung und Verkauf der Droge seien offenbar "lukrativ".

Caspers-Merk warnte daher vor einer Verharmlosung von Crack. Das rauchbare Kokain habe ein hohes Abhängigkeitspotenzial und sei zudem mit einer gesteigerten Aggression sowie Armut und Verelendung verbunden. Gerade viele Jugendliche betrachteten aber "alles, was nicht gespritzt wird als ungefährlich", sagte Caspers-Merk. Daher seien präventive Maßnahmen wie Aufklärungsarbeit und eine öffentliche Debatte nötig, um die Verbreitung zu verhindern.

Für die Abhängigen selbst seien "niedrigschwellige Hilfsangebote" nötig. Caspers-Merk nannte unter anderem Ruheräume und individuelle Betreuung. Aber auch die Weiterbildung und Vernetzung innerhalb der Drogenhilfe sei vonnöten. Als Möglichkeit zum Abbau von Aggression biete sich zudem Akupunktur an. An der Sucht ändere dies aber nichts.

Crack ist der amerikanische Straßenname für eine Droge, die aus Kokain hergestellt wird. Dazu wird Kokain mit Backpulver und Wasser gestreckt. Crack ist daher viel preiswerter als reines Kokain. Crack wird in speziellen Glaspfeifen geraucht, die mit einem Feuerzeug erwärmt werden oder auf Tabak beziehungsweise in Wasserpfeifen konsumiert. Beim Erhitzen entsteht ein knisterndes Geräusch, das Crack seinen Namen gab (to crackle = knistern).

Der Effekt von Crack ist dem des Kokains ähnlich. Aus bislang ungeklärter Ursache ist seine Wirkung jedoch wesentlich stärker und schädlicher als die von Kokain. Crack wirkt innerhalb von Sekunden auf das Gehirn. Nach etwa fünf bis zehn Minuten verkehrt sich die Anregung und Steigerung der Konzentrationsfähigkeit schlagartig ins Gegenteil: Es kommt zu einem psychischen Absturz. Beim Crackkonsum kann die körperliche und seelische Abhängigkeit sehr schnell eintreten. Zu hohe Dosierungen können zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

Crack breitete sich zunächst in der ärmeren US-Bevölkerung Anfang der 80er Jahre aus. Schon Mitte der 80er Jahre hatte sich der Crackkonsum in den amerikanischen Großstädten stark verbreitet. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Missbrauchfälle in Deutschland und der Schweiz gemeldet.

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